Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Das große EAL-Interview: Weiherer blickt durch.

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von David Wonschewski

Einerlei, ob es nun tiefsinnige Fachexpertise ist oder aber doch eher musikredaktionelle Phrasendrescherei kurz vor Hype und Hysterie – im bajuwarischen Liedermacher Weiherer haben wir ihn endlich, unseren ganz eigenen, urig-alemannischen Dylan. Ob der betont süddeutsch auftretende und doch bemerkenswert global denkende Wandermusiker derlei Vergleiche zu schätzen weiß und wie ihm neben diversen lukullischen Genüssen vor allem das Erscheinen seiner ersten Doku-DVD bekommen ist, all das hat er uns natürlich dennoch erzählt….

EAL: Zunächst einmal muss ich Dir ein Kompliment machen, Weiherer: Das „Notrezept“, das du auf deiner gerade erschienenen DVD „keena von eana“ vorstellst, Broguto (gewürfeltes Brot mit Gurken und Tomaten) ist wirklich hervorragend. Ich hab es sogar tatsächlich nachgekocht…

Weiherer: Na, das ist doch schon mal was. Dankeschön.

EAL: Ja, allerdings ist mir dann auch etwas weniger Gutes passiert. Also, ich habe da so gesessen und gegessen und dann ganz plötzlich gedacht: Auweia, so hat der Schuhbeck bestimmt auch mal angefangen. Als guter Mensch, dem plötzlich ganz einfach einmal eine gute Essensidee kam…. Verstehst du, Weiherer? Der Schuhbeck, der hat vielleicht auch einfach nur etwas Gutes tun wollen für die Menschheit!

Weiherer: Das mag wohl sein. Aber was tut er denn schon Gutes für die Menschen? Er kocht. Nicht mehr und nicht weniger. Als ob’s noch nie zuvor jemanden gegeben hätte, der kochen kann. Und er macht Werbung für McDonalds. Ich finde Schuhbeck ganz einfach überbewertet. So wie eben diese ganzen Kochsendungen im Fernsehen generell. Das ist jetzt modern, das muß bis zum geht nicht mehr ausgeschlachtet werden. Aber gut, der Schuhbeck schafft ja auch Arbeitsplätze und unterstützt wohl auch irgendwelche Hilfsprojekte, das ist ja durchaus mal was Gutes.

EAL: Für alle, die nicht so ganz mit deinen Liedern vertraut sind: Der bayerische „Starkoch“ Alfons Schuhbeck gehört zu jenen Personen aus deiner Heimat, die dir nicht ganz so behagen und die du in deinen Liedern auch immer wieder namentlich direkt benennst. „Ob der Schuhbeck so kocht, wie er ausschaut, oder schaut er so aus, wie er kocht“ singst du in „A neis Liad“, wo du diverse Bekanntheiten in Zweifel ziehst. Hm – was ist denn so schlimm an so einem wie dem Schuhbeck?

Weiherer: Wie gesagt, direkt schlimm ist an EINEM wie dem Schuhbeck nichts. Schlimm finde ich, daß er so „vergöttert“ wird. Was er sagt, ist richtig, was er kocht, ist richtig. Und vor allem gesund. Man muß sich den Schuhbeck anschauen, weil er weiß ja, was Sache ist. Und da macht es dann auch überhaupt nichts aus, wenn er uns plötzlich irgendwelche neuen Burger anpreist. Oder wenn er für die Bahn Fertig-Gerichte kocht. Alles easy, weil’s ja so gesund ist. Da kann der Schuhbeck nichts dafür, das hat was mit der „modernen“ Medienlandschaft zu tun…

EAL: Ich schätze, man tut dir kein Unrecht, wenn man dich als vor allem bayerischen Liedermacher tituliert. Das hängt natürlich mit deiner Herkunft und deinem klaren „Dialekt-Bekenntnis“ zusammen, noch mehr aber damit, dass du dich vor allem an deiner eigenen Heimat und deiner Herkunft immer wieder abarbeitest. Sicherlich, viele Songs sind auch ohne weiteres auf andere Regionen übertragbar, dennoch scheint Bayern dein klares, thematisches Kernland zu sein. Inwiefern können wir denn da eine Hassliebe diagnostizieren…?

Weiherer: Es geht mir nicht um Bayern generell. Ich meine, klar, ich bin Bayer durch und durch und auch sehr gerne. Ich bin hier geboren, aufgewachsen und habe hier 99 Prozent (oder so) meines bisherigen Lebens verbracht. Darum kann ich auch nur bayerisch und nur über Bayern singen. Dass die Themen und Ereignisse natürlich auf viele andere Regionen oder gar Länder übertragbar sind, versteht sich von selbst. Aber davon wiederum kann ich nicht glaubwürdig berichten, weil ich es nicht direkt miterlebe. In Bayern sehe, höre und erlebe ich viel. Hier sind meine Freunde oder auch Fans, die mir viel erzählen, hier erlebe ich das meiste aber einfach auch selbst. Deswegen sind meine Themen oft sehr bayernbezogen. Vielleicht mag das auch schon wieder eine gewisse bayerische Engstirnigkeit sein, aber so ist es nunmal… Hassliebe kann man das auf gar keinen Fall nennen. Wenn, dann ist das schon Liebe. Was ja nicht zwangsläufig heißt, dass man alles ohne Meckern und Murren hinnehmen muss.

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 EAL: Hier in Berlin gab es vor diversen Jahren einmal einen Teppichhändler, der sich aufschwang, für die CDU zum Regierenden Bürgermeister zu werden. Dazu kam es gottlob nicht, da er vorher über einige kleine Skandälchen stolperte, zum Beispiel über die in München getätigte Aussage, dass Bayern das schönste aller Bundesländer sei…

Weiherer: Ach ja, die Politik und ihre Skandale. Und dann auch noch Bayern… Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob´s hier schön ist oder nicht. Ich hab es mir ja nicht ausgesucht, hier auf die Welt zu kommen. Es ist schon recht schön in Bayern, andererseits habe ich in ganz Deutschland oder generell Europa durchaus noch viele andere schöne Fleckchen kennenlernen dürfen, und genauso gibt es in Bayern auch unglaublich „schiache“ Ecken. Man kann nunmal nichts pauschalisieren…

EAL: Ich selber halte dich – und das meine ich sogar tatsächlich so – für den aktuell besten politischen Liedermacher, den wir in Deutschland haben. Deine Texte sind einfach und dennoch griffig, pointiert und ätzend, ohne dabei intellektuell überfrachtet zu wirken. Oder um es anders zu sagen: Niemand braucht einen Universitätsabschluss oder ein Abo der FAZ, um von Dir überzeugt zu werden. Von daher erscheint es manchmal fast etwas verschenkt, dass du dich – im Übrigen auch auf deine Tourneen – so sehr auf Süddeutschland konzentrierst und durch deinen Dialekt viel zu viele Nordlichter vermutlich sogar etwas abschreckst…

Weiherer: Oh, danke für das Kompliment. Ich kann das zwar nicht beurteilen, aber ich finde es schön, wenn das jemand so sieht. Dass meine Texte grundsätzlich eher einfach oder sagen wir mal „aufs Wesentliche beschränkt“ sind, liegt halt einfach an mir. Ich selbst habe weder Universitätsabschluss, noch nicht mal Abitur und eben auch kein Abo der FAZ. Und genau so wie ich sind auch meine Songs. Einfach, ehrlich, geradeheraus. Genau so, wie ich erzogen und aufgewachsen bin. In der Sprache, in der ich rede, haben meine Eltern und meine Freunde von Geburt an mit mir geredet, und so ist das auch noch heute. Und warum bitteschön sollte ich in einer Form schreiben oder singen, die einfach nicht zu mir paßt, weil ich das eben nicht selber bin? Ich glaube, ich wirke auch deshalb so glaubwürdig, weil ich auf der Bühne kein anderer Mensch bin als privat. Ich bin kein Künstler, der sich vor dem Konzert schminkt und seine Bühnenklamotten anzieht. Ich bin einfach der Weiherer. Auf der Bühne genau so wie davor, dahinter oder daneben. Und so bin ich für jeden Zuschauer auch wahrnehmbar, erlebbar. Dass ich mich tourtechnisch weitestgehend auf Bayern beschränke, liegt nicht so sehr an meinem Dialekt, sondern eher an den Veranstaltern. Ich spiele ja generell im gesamten deutschsprachigen Raum, hab’ immer wieder Konzerte in Norddeutschland oder auch in Österreich und der Schweiz. Klar, die Dialekthürde muß erstmal überwunden werden, aber es gibt z.B. in Norddeutschland nicht nur die Leute, die sich davon abschrecken lassen, sondern auch die, die gerade wegen meines bayerischen Dialekts kommen. Weil sie ihn gerne hören. Es ist ja wohl der beliebteste deutsche Dialekt, und wenn sich jemand darauf einlässt, funktionieren auch meine Auftritte im Norden einwandfrei. Aber dass zu einem Konzert in Kiel oder in Bremen nicht so viele Zuschauer kommen wie zu einem Auftritt in München oder Augsburg, versteht sich von selbst. Weil ich im Norden ja ein noch größerer Exot bin, als ich es in Bayern ohnehin schon bin. Deswegen bekomme ich schon gar nicht so viele Auftrittsangebote aus dem restlichen Deutschland – und die Angebote, die ich bekomme, sind finanziell meistens so schlecht, daß noch nicht mal meine Fahrtkosten reinkommen. Ich spiel’ trotzdem immer wieder auch im Rest von Deutschland oder eben auch mal in der Schweiz, weil’s eben auch ein paar Fans außerhalb Bayerns gibt und weil ich auch einfach Spaß daran habe und mich nicht nur auf Bayern beschränken möchte. Aber aus rein finanzieller Sicht kann ich das nicht allzu oft machen bzw. kommen eben schon gar nicht genug Angebote. Aber ich bin generell offen für alles und freue mich über jede Anfrage, jeden Tipp, jedes Angebot.

EAL: Ich selbst bin nun überhaupt kein Musiker, wodurch mein Blick auf dich oder auch auf Kollegen manchmal von einer zwangsläufigen Naivität getragen wird. Was mir jedoch auffällt ist, dass du in deiner ganzen Ansprechhaltung und auch in deiner Art des Gesangs Bob Dylan so nahe bist wie kein anderer deutscher Songwriter. Und das meine ich sogar vollkommen ernst! Klar, das liegt natürlich daran, dass du das Establishment – was immer das auch nun en detail sein mag – so frontal angreifst wie sonst niemand, hat aber fast noch mehr mit deinen Melodien und deiner Instrumentierung zu tun, die sehr oft hinter deinen Texten zurückstehen. Oder anders formuliert: Aus dem Stand ein Weiherer-Lied summen, fällt schwer – ist angesichts deiner Aussagen aber auch nicht wichtig, denn die sind zum in Stein meißeln….

Weiherer: So viele Komplimente, ja Wahnsinn… Aber gut, auch das höre ich des Öfteren. Sehr oft werde ich ja mit Hans Söllner verglichen, weil’s grundsätzlich der naheliegendste Vergleich ist. Aber auch ein Söllner wurde schon immer mal wieder mit Bob Dylan verglichen, und so kommen auch bei mir mehr und mehr die Dylan-Vergleiche. Ich kann und möchte das nicht beurteilen. Aber so ein Vergleich mit einem Welt-Star ehrt mich natürlich ungemein. Klar, meine Musik steht ganz klar hinten dran. Die Gitarre dient eigentlich nur dazu, die Texte unters Volk zu bringen. Die Melodien sind generell nicht so eingängig, weil mir persönlich das auch zu langweilig wäre. Meine Musik ist zwar im Grunde unglaublich einfach gestrickt, andererseits aber nur schwer reproduzierbar. Das Problem hatte ich auch schon mal, als ich ein paar meiner Lieder zusammen mit anderen Musikern gespielt habe. Für mich ist dann ganz klar, daß jetzt der Wechsel von C auf A-Moll kommt. Nur ist das kaum einem anderen klar und gehört sich wohl genau an der Stelle auch nicht. Ich bin kein ausgebildeter Musiker und hab von alledem generell wenig Ahnung. Ich scheib’ meine Songs, wie´s mir einfällt und wie´s mir gefällt. Dass die Musik nicht so leichtgängig und einprägsam ist, und halt generell sehr hinter den Texten zurücksteht, macht es halt auch schwieriger, z.B. ins Radio zu kommen – unabhängig von den unbequemen Wahrheiten. Aber gut, das hat mich die letzten zehn Jahre auch nicht gestört…

EAL: Auf deiner DVD gibst du viele gute Einblicke in deine Gedanken und in dein Selbstverständnis als Liedermacher. Du beschreibst dich dort zum Beispiel als beobachtenden Einzelgänger, der nur deswegen auf die Bühne geht, weil er es eben ein Stück weit auch muss, um seine Lieder unters Volk zu bringen. Nun wird dort auch erwähnt, dass es das Schönste für dich ist, wenn nach dem Konzert Leute zu dir kommen und sich beschweren, dass du sowas wie in Lied xy  doch nicht singen kannst. Das stell’ ich mir nun aber in Summe wirklich zum Verzweifeln vor, ich meine, zu einem Weiherer-Konzert werden doch wohl eher so devote Applaudierer und längst Überzeugte wie ich kommen, oder? Diejenigen, deren Gesinnung du ändern müsstest, wirst du wohl eher selten erreichen…

Weiherer: Also, zuerstmal: Das Schönste ist das für mich nicht, wenn sich hinterher jemand beschwert. Ich find’s nur lustig einerseits, andererseits auch sehr interessant, weil es ja heißt, dass die Leute meine Songs und vor allem meine Texte wahrnehmen. Auch inhaltlich. Und klar, überwiegend kommen eben ohnehin bereits Überzeugte, die ganz klar meiner Meinung sind und sich das mehr oder weniger nur noch „bestätigen“ lassen. Aber ich trete auch ab und zu auf Festivals auf, spiele teilweise als „Vorband“ für irgendwelche bekannteren Bands, spiele auch mal irgendwelche kleinen Gigs bei freiem Eintritt, und da hat man dann eben zumeist ganz anderes Publikum. Das macht zwar oft den Auftritt an sich schwieriger, weil’s vielleicht die Hälfte der Zuschauer gar nicht interessiert, was ich da treibe, und dementsprechend schwach ist dann die Stimmung, aber ich mag solche Auftritte trotzdem, weil man genau da neue Leute erreicht, neue Fans gewinnen kann und eben auch die Leute „treffen“ kann, die ich auch meine, die ich zum Nachdenken bringen möchte. Und da kommt’s dann auch ab und zu vor, dass mich jemand auf meine „zu kritischen“ Texte anspricht. Das sind mal alte Damen, mal Polizisten, sowas in der Richtung…

EAL: Der in Bayern recht bekannte Moderator, der Herr Matuschik, sagt auf der DVD – halb scherzhaft, halb ernst, dass dir in Zukunft eventuell etwas die Themen ausgehen könnten, da Bayern und Establishment sich gerade doch fundamental wandeln, Stichwort CSU-Wahlverluste, Stichwort Atompolitik, Stichwort Occupy-Bewegung. Werden wir, auch hier taugt Dylan als Vorbild, also bald endlich die erste Liebes- und Beziehungs-CD von Weiherer bekommen…?

Weiherer: Ja, wer weiß. Liebeslieder schreib ich ja sowieso immer wieder. Aber lustig, Ich hab ja den O-Ton vom Matuschik erst gesehen, als die DVD in der Endphase der Entstehung war, ich durfte die ganzen Kommentare vorher nicht sehen. Das wollten meine Film-Jungs so; dass ich darauf eben nicht blöderweise (aus Film-Sicht) Bezug nehmen könnte. Und in der Zeit, in der das schon mal vorgeschnitten wurde, hab’ ich genau zu diesem Thema einen Song gemacht, dass mir meine Feindbilder wegbrechen, dass sich jetzt blöderweise alles zum (vermeintlich) Guten wendet. Wie gesagt, den Kommentar kannte ich da noch nicht. Aber das liegt ja auf der Hand. Ich habe schon bei den CSU-Wahlverlusten scherzhaft auf der Bühne verkündet, ich würde in Zukunft selbst die CSU wählen, um mir mein Programm (und somit meinen Arbeitsplatz) erhalten zu können. Aber keine Sorge, es läuft noch genug verkehrt in Bayern und auf der ganzen Welt. So schnell schießen die Preußen nunmal nicht…

EAL: Mal noch eine nur vordergründig etwas oberflächliche Frage hinterhergeschoben: Dein Markenzeichen dürften ja durchaus auch deine langen blonden Haare sein. Ich selbst denke da oft „Der hat so gute Texte, der braucht die langen Haare doch gar nicht, um sich als Revoluzzer aufzuspielen“ – greife damit aber vermutlich wohl etwas zu kurz, oder?

Weiherer: Naja, die Haare. Die haben mit meinem Revoluzzertum wohl nur unterbewußt was zu tun. Ich hatte schon als Kind immer wieder lange Haare. Da wurde ich allerdings noch immer zum Haare-schneiden gezwungen. Als Jugendlicher fing das dann an, dass die Haare immer über längere Zeit lang waren, meist mehrere Jahre, dann hab’ ich sie wieder radikal kurz geschnitten. Ich hab’ da aber nie über irgendeinen Grund nachgedacht. Ich mach’ manchmal einfach, was mir gefällt. Auch zu meiner musikalischen Anfangszeit 2002 hatte ich nochmal einen Kurzhaarschnitt, die ersten offiziellen Pressebilder zeigten einen Weiherer mit recht kurzen Haaren. Seitdem wachsen sie jetzt tatsächlich bzw. werden halt nur immer an den Spitzen geschnitten. Dass das mein Markenzeichen sein könnte, darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht. Oder dass das eben irgendwas mit mir als Revoluzzer zu tun haben könnte, ist mir auch egal. Und darauf sollte ich mich jetzt ohnehin nicht mehr verlassen, wo ich langsam in ein Alter komme, in dem einem die Haare eher ausfallen als lang nachzuwachsen… Und das ist ja auch das Gute daran: Meine Frisur hat mit meinen Songs und mit meinem revolutionären Geist nicht das Geringste zu tun.

EAL: Wie vorhin schon erwähnt, siehst du dich selbst eher als Sonderling, dazu passen die Texte, dazu passen die Haare. Nun ist diese „ich bin ja so anders als ihr alle“-Attitüde ja wahrlich nichts Neues und nicht nur unter Künstlern, sondern fast noch heftiger unter Fans verbreitet. Daher mal eine ehrliche Antwort auf folgende letzte Frage: Nehmen wir einmal an, alles, wofür du kämpfst, würdest du durch deine Lieder erreichen. Würdest du dich dann eingliedern in die Gesellschaft, Konformist – oder dir eher etwas Neues suchen, auf das du dich stellen könntest, um es von außen zu besingen? Schließlich geht es vielen revolutionären Geistern oftmals gar nicht um das Erreichen von Zielen, sondern darum, ständig zu kämpfen…

Weiherer: Darüber denk ich auch manchmal nach und bin ehrlich gesagt heilfroh, daß ich das nie entscheiden werden muß. Es wird sich niemals alles zum Guten wenden, es wird mir niemals alles recht gemacht werden. Ich werde immer genügend Themen finden, worüber ich mich aufregen oder lustig machen kann. Ich weiß nicht, was passieren würde, wenn’s so wäre. Vermutlich steckt der Kampfgeist doch auch so sehr in mir, dass mir ohne irgendwelche Reibereien langweilig wäre und ich mir eben zwanghaft was zum Bekämpfen und Bekriteln suchen müßte. Was nicht heißt, dass ich nicht generell ein friedfertiger Mensch wäre. Aber wie gesagt, es wird nicht so weit kommen. Es gab noch kein Land und kein politisches System, in dem es nicht kritische und revolutionäre Geister gegeben und vor allem auch gebraucht hätte. Ob man sich jetzt darüber freuen soll, ist wiederum eine ganz andere Frage…

www.weiherer.com

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28. Mai 2012 von in 2012, Artikel & Interviews, Liedermacher, U-Z, Uncategorized, Weiherer.
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