Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Annamateur & Aussensaiter – Screamshots

Annamateur_Aussensaitervon Simon-Dominik Otte

Annamateur  (a.k.a. Anna Maria Scholz aus Dresden) ist nicht einzuordnen. „Screamshots“ klingt nach Spaß a la Monsters of Liedermaching, nach der lyrischen Tiefe der Einstürzenden Neubauten, der jazzigen Albernheit eines Helge Schneider und der Dynamik und Kraft von Apokalyptika – aber auch nach der verrauchten Blue Note-Bar um Mitternacht. Also, alles dabei. Und viel zu entdecken.

Es geht um das zentrale aller Musik – und Kunstschaffenden: Liebe. Aber mit einer Wortwahl, die mal schmunzeln, mal nachdenken und mal weinen macht. Die nie klischeeverhangen oder gar platt ist. Auch durchzechte Nächte, Äußeres und Inneres bleiben vor Annamateur nicht verborgen. Unterstützt wird sie dabei von Aussensaiter , die perfekte Jazzuntermalung für die abwechslungsreichen Lyrics. Anspruchsvolle Musik, ohne dabei die Last dieser Musikrichtung mitzuschleppen. Ab und an wird man auch mal in rein instrumentelle Felder geführt, die in andere Länder entführen und den eigenen Träumen Luft und Raum lassen.

„Screamshots“ sind 16 Songs, die ob ihrer Tiefe packen, faszinieren und fesseln. Sicherlich sollte man ein gerüttelt Maß an musikalischer Offenheit mitbringen, um dabei zu bleiben. Charts-Käufer sollten hier tunlichst die Finger weglassen und sich lieber am nächsten Scooter-Album „erfreuen“. Für alle anderen ist dieses Album mehr als ein Tipp.

„Macht euch keine Sorgen / gebt uns allen Ritalin!“

http://www.annamateur.de

Ein Kommentar zu “Rezension: Annamateur & Aussensaiter – Screamshots

  1. Elisabeth Schneider
    2. Februar 2014

    Zitat:“Die nie klischeeverhangen oder gar platt ist.“
    Ja, eine für mich sehr, sehr interessante Künstlerin. Habe sie im Rahmen des hr2-Hörfestes in Wiesbaden im Staatstheater erlebt. Beeindruckend… bis ihr Lied „Ritalin“ kam.
    Glecihgültig wie man zu Ritalin steht. Der Text ist eindeutig Klischeeverhangen und platt. Schade. Etwas mehr Zeit investieren in den eigenen Texten, recherchieren, nachdenken das hätte ich ihr schon zugetraut. Schade, so bleibt ein bitterer Geschmack und eine Traurigkeit. Man kann mit Klischee und Plattheit auch Menschen treffen und als Künstlerin erst recht.

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