Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Stellmäcke & Band – 13 Lügenlieder

13_Luegenlieder

von Simon-Dominik Otte

Heutzutage kann man wie es scheint sogar schon mit 4 Jahren eine Oma oder ein Opa sein. Zumindest, wenn man dem Untertitel von „13 Lügenlieder“ von Stellmäcke & Band Glauben schenken kann. Denn genau für diese Omas und Opas ab 4 Jahren ist das neueste Werk der Kinderliedermacher.

Interessant ist auf jeden Fall schon einmal der Opener „Hallo, Kinder“, denn hier werden in aller Ausführlichkeit die Band und alle Mitwirkende vorgestellt. Mit „Auf dem Dach“ beginnt dann der eigentliche Reigen von 12 (natürlich ist die 13 im Albumtitel eine Lüge) Liedern und 10 Zwischensequenzen. Musikalisch begibt sich Stellmäcke mit seiner Band in die Fußstapfen von Fredrik Vahle (aber auch Reinhard Mey), auch textlich wird hier durchaus mitgehalten.

Besondere Ohrfänger sind die Klarinette und die Konzertina, die so manches Lied stimmungsvoller und origineller gestalten, als es einzig mit Gitarre geworden wäre. So bekommt man tatsächlich Appetit auf u.a. das „Küchenlied“. Beispielsweise bei diesem Lied ist der Wortschatz und das Sprachverständnis der zuhörenden Kinder fraglos gefordert, denn so ganz einfach sind die Lyrics nicht immer, was aber auch wieder die Besonderheit ausmacht und eben auch Omas und Opas im „richtigen“ Alter Spaß bereitet.

Sparen allerdings hätte man sich diverse Pausenquatschereien, die eher nervig denn interessant sind. Dinge, die bei anderen auf der Outtake-Liste gelandet wären, landen hier zum Verzehr auf dem Plattenteller. Zwar gibt es immer einen Zusammenhang zum nächsten Lied, aber notwendig sind diese Privatgespräche nicht.

Schön aber ist, dass es mit dem „Geburtstagslied“ endlich mal wieder etwas Neues neben dem Altbekannten gibt, das kann man auf dem nächsten Kindergeburtstag ganz prima nutzen und für erstaunte Gesichter sorgen. Man merkt Stellmäcke immer wieder an, dass er durchaus auch zum Liedermacher wie etwa Götz Widmann taugt, sei es an der Wort- oder auch Akkordwahl. Denn das Alkoholkonsum auf Kinderlieder-CDs vorkommt, ist wohl doch eher die Ausnahme („Piratenlied“).

Nicht zuletzt macht „Ampelmännchen Apfelgrün“ endlich Zuckowskis „Zebrastreifen“ vergessen und gibt dem Thema eine neue, etwas niveauvollere (aber auch frivolere) Note, was zwar nicht unbedingt immer „kindertauglich“ nach Frau Schröders Wunsch, dafür aber witzig ist.

Fazit: mit Ausnahme einiger der Übergangspassagen ein absolut brauchbares (Nicht-nur-) Kinderlieder-Album für alle Menschen, denen Sprache etwas bedeutet. Auch, wenn diese nicht immer politisch korrekt ist. Aber das macht ja auch den Spaß aus.

http://www.stellmaecke.de/

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