Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Felix Janosa – In der Hitfabrik

In der Hitfabrik
von Simon-Dominik Otte

Felix Janosa teilt uns im Booklet zu „In der Hitfabrik“ so einiges mit. Nicht nur, wie der Alltag in einem althergebrachten Tonstudio aussieht, sondern auch, dass Jim Morrison sich in eben solch einem Studio häufig wie ein Schwein aufführte, dass die Zuschauer zu 80% auf Frisuren und nur zu 20% auf die Musik achten oder dass die „Bewohner“ der Tonstudios in den seltensten Fällen wirklich ansehnliche Menschen sind sowie dass Üben nichts bringt. Ganz stilecht ist dazu noch die CD selbst in Tonbandoptik gestaltet. Rundherum ein schönes Außenrum. Aber was passiert eigentlich innen?

Bigband-Sound irgendwo zwischen den guten Momenten eines Stefan Raab und Max Raabe trifft Jazz und Pop, aber auch melancholische Liedermacher für eine gemeinsame Sause. Viel Humor und intelligente Texte werden gleich mitgeliefert. Felix Janosa wirft ein sehr skeptisches Auge auf die aktuelle Musikwelt, lässt kaum ein gutes Haar an „Chartsmachern“ a la Bohlen und Co. und erzählt von den kleinen und großen Irrungen und Wirrungen des Lebens auf der Showbühne. „Wenn Bach heut leben würde, würde er immer in der Pause kotzen geh’n.“ … Und er macht klar, dass J.K. Rowling mit dem Tod von Fred Weasley in Band sieben der Harry-Potter-Reihe ein großer Fehler unterlaufen ist.

Die Musik, die all diese Geschichten unterlegt, wirkt extrem gut eingespielt, mit jeder Menge Gefühl für Momente und Wirkungen. Piano, Gitarre, Schlagzeug, Bläser, jedes Instrument erhält seinen Platz. Und der ist stets richtig gewählt. Er macht es im Gegensatz zu einem seiner Songs auf keinen Fall billig. Er stellt Ansprüche und erfüllt sie gleichzeitig.

„In der Hitfabrik“ hält also in Sachen musikalischer Umsetzung das, was das Äußere verspricht. Und da ist die Latte wirklich schon hoch angelegt. Felix Janosa hat zu vielem eine Meinung, durchaus fundiert und er lässt uns gerne daran teilhaben. Wenn wir uns darauf einlassen. Und das sollten wir, denn es lohnt sich, das Rotweinglas in die Hand zu nehmen, das Licht zu dimmen und die Musik sowie die Texte zu genießen. Denn Felix Janosa gibt tatsächlich die fünfhundert Prozent, von denen er leicht abfällig singt. Nur merkt man ihm dabei keinerlei Anstrengung an.

Ein echter Künstler eben und keiner, der einfach gemacht wurde.

zum Interview mit Felix Janosa

zu den Tourdaten von Felix Janosa

http://www.janosa.de/

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