Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Vier Liedermacher, ein Ergebnis: Nullmorphem.

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Wie weit das chansoneske Liedermachertum eines Reinhard Mey oder Hannes Wader entfernt ist von den stürmischen Auswüchsen der Hamburger Schule, die uns dereinst so großartige Textflaneure wie Blumfeld, Die Sterne, Kettcar, Tomte, Fink oder – selbstredend – Tocotronic brachten, nun, darüber kann trefflich diskutiert werden. Unbestreitbar ist jedoch, dass viele junge Fans von Mey & Co. nicht selten gerade über jene Hamburger Schule erstmalig mit der Tatsache konfrontiert wurden, dass Songs in unserer eigenen Sprache nicht per se bedeutungslos und platt sein müssen. Und so kann bei vielen Nachwuchsbands sehr gut beobachtet werden, dass sie längst dabei sind eine gekonnte Melange aus den Tugenden beider „Stilrichtungen“ herzuleiten. Die Band Nullmorphem ist das beste Beispiel für just diese Zusammenführung.

Ja, Nullmorphem sind noch relativ feucht hinter den Ohren (Gründung 2010, 1. Album „Abtönungspartikel“ 2011): Ein paar Gitarren, viel Gesang, viele Kleinigkeiten. Musik zum Gernhaben und melancholisch werden. Wie es halt so ist, wenn vier Singer/Songwriter aus Köln/Bonn/Hagen und ihre Ideen aufeinander treffen und gemeinsam die Bühne entern. Da gibt es viel zu erzählen. Kleine Geschichten aus dem Alltag, von der Liebe, der Freundschaft und dem Zugfahren. Das Leben setzt sich ja aus Momenten zusammen. Viele Momente ergeben somit ein Leben. Und der Hörer kann gar nicht anders als entzückt zu sein über das, was er auf der EP „Gedanken an Land“ zu hören bekommt. Kleine Songs, die – es kann nur so abgeschmackt formuliert werden – wesentlich mehr sind als nur die Summe ihrer Einzelteile. Da schimmert Weicheit durch und viel Nachdenklichkeit. Um immer wieder emporgehoben zu werden von jener ungestümen Lust am musikalischen Zusammenspiel, die junge Menschen auszeichnen sollte.

Durchaus, so tiefsinnig wie ihr Bandname erahnen lässt sind Nullmorphem auch. Doch neben aller geistigen Eloquenz sind es gerade ihre Melodien, die dem Hörer den direkten Zugang in ihre Klangwelt ermöglichen.

EAL empfiehlt – online reinhorchen, Nachwuchs fördern!

Nullmorphem online:

http://www.facebook.com/nullmorphem

http://nullmorphem.bandcamp.com

http://soundcloud.com/nullmorphem

http://twitter.com/SoAnywayBonn

Herbstgewitter – die moderierte Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. HIER reinhören!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. Februar 2013 von in 2013, Artikel & Interviews, Nullmorphem, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , , , , , .
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