Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Blockflöte des Todes – Ich habe heute Ananas gegessen

floete_ananas

von Dennis Kresse / Mit Dank an www.alternativmusik.de

Es ist sehr schade, dass ein bekannter Verlag, der die Schüler jahrelang begleitet hat, nicht so viel Humor bewies, um den Cover-Vorschlag der Blockflöte des Todes alias Matthias Schrei freizugeben. So darf das Album eben nicht im gelben Cover mit der bekannten Schrift erscheinen, sondern mit einer schnöden Ananas drauf. Den witzigen bis kritischen Texten von Schrei tut das aber keinen Abbruch und so kommen wieder allerlei Dinge, über die sich der Otto Normalverbraucher auch den lieben langen Tag den Kopf zerbricht, zur Sprache. Irgendwo zwischen PeterLicht, Space Kelly und natürlich auch dem großen Funny van Dannen liegt das Besondere und das Spezielle der Blockflöte des Todes.

Mit herrlich kruden Songs wie der Aufzählung der im Alter von 27 verstorbenen Musiker samt ihrer Todesarten beginnt ein herrlich albernes Album und der Titel Klub Siebenundzwanzig ist einer der Songs, die man braucht, um mal für sich selbst zu testen, ob die Blockflöte des Todes auch die Wahrheit über das Ableben der Promis erzählt – und siehe da: Er tut‘s. Die weiteren Songs wie Ich habe nie FDP gewählt oder Bier trinken, Pizza essen und in Transformers gehen lassen erahnen, dass wir es mit dem Alter Ego von Schrei mit einem Komiker von Klasse zu tun haben, dem aber auch das Liebeslied nicht fremd ist. So kommt auch auf Ich habe heute Ananas gegessen mit Ein Zimmer in Berlin wieder jener Song zu Ehren, den die Blockflöte des Todes schon auf dem hervorragenden Album Kein unbeschriebenes Blatt der wunderbaren Diane Weigmann mit ihr im Duett singt.

Unter dem Strich ein richtig gutes und witziges Album, was mit Blöder Blauer Ball sogar ein kritisches Stück beherbergt. Dass er richtig gut reimen kann, der Herr Schrei, weiß man, aber manchem wird beim Holzhammerreim Berthold Brecht und dir ist morgens schlecht übel. Aber ansonsten ein sehr schönes Werk.

www.blockflötedestodes.de

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 1. März 2013 von in 2013, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , .
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