Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Tobias Öller – passt in keine Schublade und beeindruckt auf vielfältige Weise

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von Helmut Pritschet

Multi-Talent Tobias Öller lässt sich in keine Schublade stecken. Um sein vielfältiges Schaffen vorzustellen, verzichten wir deshalb diesmal auf viele Worte und lassen seine Werke für ihn sprechen…

Seit seiner Schulzeit macht er bis heute mit Andi Rinn Musik, allein der Name ihrer Gruppe macht deutlich, dass sie sich nicht einordnen lassen: Country Punk Oberland:

In den Jahren 1995 bis 2008 schrieb er neben seiner Berufstätigkeit als Journalist Text und Musik zu drei Rock-Musicals, die mit über 100 Darstellern zur Aufführung gebracht wurden: Unter anderem machte er aus Fritz Langs Stummfilmklassiker Metropolis die Rockoper Metropoly.

Artifex Maximus war die monumentale Biographie von Kaiser Nero.

2006 begann Tobias Öller Solo-Kabarett zu machen, 3 Programme entstanden: Warten auf Sezuan, Chateau Rouge und den Weihnachtswestern „Spiel mir das Lied vom Schnee“


In allen Programmen bewies er in steigendem Maß seine Wandlungsfähigkeit: Als Gastwirt wider Willen, dessen Personal angeregt durch eine Gewerkschaftsversammlung im Saal streikt, als frustrierter Lokalreporter, am Stammtisch beschweren sich die verschiedensten Typen über den ausbleibenden Biernachschub. Oder er versucht als alkoholisierter Freibier Fredi in allen Parteien Karriere zu machen.

2010 holte er Christine Eixenberger, die im Artifex Maximus die Hauptrolle spielte, ins Boot. Für beide schrieb er das Programm „Überstunden“, In dem temporeichen Typenkabarett stellen beide an die 10 Personen dar, die sich für die Jubiläumsveranstaltung der Volkshochschule Pappenzell vorbereiten. Da gibt es den gescheiterten CSU-Abgeordneten Franz Pettenkofer

den Stockerwirt, bei dem die Linke feiert

oder die vhs-Geschäftsführerin Goldbach-Haslinger

In der neuen Produktion „Ox vorm Berg“ werden noch mehr Personen dargestellt, so dass mit seinem Musik-Partner Andi Rinn eine dritter Person geholt wurde. In einem Gespräch beim Hubbi legt Öller Wert darauf, dass es dabei eine durchgehende Handlung gibt, und so nennt er es nicht mehr Kabarett sondern Theaterstück. Die Lachmuskeln werden aber genau so wie bei allen vorhergehenden Produktionen strapaziert.

Nebenbei schreibt Öller Drehbücher und Theaterstücke in denen er auch als Schauspieler mitwirkt.

Seit seinen Musicals arbeitet Öller sehr eng mit der der Dramaturgin und Regisseurin Bine Klotzsche zusammen.
Tobias Öller wird von Fachleuten die künstlerische Anerkennung nicht verwehrt, mehrere Auszeichnungen (Niederbayerischer Kabarettpreis 2010 oder Franz Ringseis Kulturpreis) kann er mittlerweile vorweisen. Aber er lässt sich nicht verbiegen. „Meine Nummern sind zu lang für das 3-Minuten-Konzept des Fernsehens. Würde ich sie kürzen, ginge der dramaturgische Aufbau der Nummer verloren und der ist mir wichtig. Andere lassen sich vielleicht darauf ein, ich nicht“, erklärt er mir. Und so kommt es wohl, dass sich Tobias Öller zwar über ausverkaufte Häuser freuen kann, in der Provinz aber noch nicht den Bekanntheitsgrad erreicht hat, den er verdient.

Immer dann, wenn Tobias Öller den Gipfel seiner Leistungsfähigkeit in einem Bereich erreicht hat, scheint er nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Als nächstes möchte er Musikkabarett machen. Man kann gespannt sein.

www.tobias-öller.de

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