Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Thomas Felder – von wegen

VonWegen

von Konrad Bönig, Liedermacher / (www.boenig.at)

Schon vor drei Jahren hat er mit seiner damaligen Scheibe „40 liederliche Jahre“ sein bisheriges Schaffen musikalisch gefeiert und die verschiedenen Phasen seiner Karriere eindrücklich Revue passieren lassen. Nun lag vor ein paar Tagen Thomas Felders neuestes Werk „von wegen“ vor meiner Haustüre, in dem der sympathische Liedermacher nahtlos und doch wieder ganz neu an die vergangenen vier Jahrzehnte anknüpft.

Neben sechs eigenen Liedern interpretiert er auf der aktuellen CD Texte von Weggefährten sowie Vorbildern wie Bernhard Lassahn und Walter Moßmann, die sich bruchlos in den Gesamtkontext einfügen und vom Felder-Liedgut am markantesten dadurch abheben, dass sie im Hochdeutschen gesungen sind.

Thomas Felder ist Schwabe und das durch und durch. Wenn auch in seinen Texten und der Art, wie er sie singt, ein durchaus ambivalentes Verhältnis zu seiner schwäbischen Heimat, ihren Bewohnern und deren Eigenheiten deutlich wird. Felder will die Missstände in Schwaben wie in der restlichen Welt nicht einfach hinnehmen. Er singt dagegen an. Er singt, wie er selber sagt, um sein Leben und das sehr pointiert und wohlklingend. Mit seiner kraftvollen Stimme klagt er und stöhnt, lacht und jubiliert, poltert laut und ungehemmt oder schmeichelt ganz leise und zärtlich.

Dieser Tage wird Thomas Felder 60! Und er scheint noch immer vor Energie und von Ideen nur so zu sprudeln. Auf der CD spielt er Gitarre, Bass, Schlagzeug, Posaune und Orgel. Am Klavier begleitet er sich selber zum Blues und zum Ragtime, mit der Drehleier zum choralhaften Gesang, vieles klingt nach Volkslied… und er ist dabei stets authentisch und einzigartig.

Wo Thomas Felder drauf steht, ist Thomas Felder drin! Und dieses Etikett verspricht neben einer unbestechlichen Ehrlichkeit immer neue, originelle, textliche Einfälle und spritzige, fantasievolle, virtuose Musikalität.

Thomas Felder zuzuhören ist ein Genuss, auf Konserve und ganz besonders auch live auf der Bühne! Schon vor vielen Jahren meinte ein Zuhörer, der den damals jungen Liedermacher beim Musizieren und Singen auf der Straße genossen hatte: „Junge, wenn du so weitermachst, wirst du mal so gut wie Thomas Felder!“ Daran arbeitet der Barde bis heute mit großer Freude. Auf seiner neuesten CD „von wegen“ kann man diese Freude wieder deutlich vernehmen!

Die besten Wünsche, lieber Thomas, für ein rauschendes Geburtstagsfest und ein weiterhin inspirierendes Leben!

http://www.thomas-felder.de/

Hören Sie auch ins Herbstgewitter – die moderierte Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. HIER entlang…

Ein Kommentar zu “Rezension: Thomas Felder – von wegen

  1. guenterverdin
    16. März 2013

    Thomas Felder ist einer der am meisten unterschätzten Künstler in der Bundesrepublik. Ich wünsche ihm toi,toi,toi für die neue CD

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