Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Die Bandbreite – artaberfair

artaberfair

von Simon-Dominik Otte

Na, zum Glück gibt es die Interpreten-Erkennung bei itunes, denn bei „artaberfair“ von Die Bandbreite ist am Cover nicht zu erkennen, was Bandname und was Albumtitel ist. Wäre das also auch geklärt. Was uns musikalisch um die Ohren geschlagen wird, ist politisches Liedermaching, das in den Gesangslinien mal an Die Ärzte und mal an die FANTA 4 erinnert. Wobei Liedermaching eigentlich das falsche Wort ist, es ist eher Barmusik, die Rap begegnet, freundlich den Hut lüftet und dann machen es die beiden sich an der Theke gemütlich. Etwas störend sind die doch recht deutlich als künstlich erkennbaren Soundeffekte, wie etwa die clapping hands oder Ähnliches.

Besinnen sich die Jungs aber aufs klassische Songwriting (wie etwa bei „Das Finanzsystem“), dann können sie durchaus mit Anarchist Academy mithalten. Denn die Reime sitzen und sind glasklar, ebenso wie die Aussage der Songs. Mit Fortdauer des Albums entwickelt sich die Musik mehr und mehr in die Hiphop-Richtung und immer weiter weg von den echten Instrumenten. Dadurch verliert „artaberfair“ etwas das Besondere, auch dadurch, dass mehr und mehr der Fäkalsprache gehuldigt wird, die irgendwie nicht richtig zu wirken vermag, einzig vielleicht als eben dreckig.

Auch inhaltlich zieht die Eintönigkeit mehr und mehr ein, weit links stehendes Songwriting, Anti-Nazi-Parolen, ohne dabei neuartig zu sein. Alles schon gehört. Was die Sinnhaftigkeit natürlich nicht in Frage stellt, denn es ist gut zu wissen, dass es in eben diesem linken Spektrum noch genügend Kraft gibt, um nach außen zu dringen. Aber es ist dennoch einseitig und irgendwann grenzt es schon an Anbiederung („Deutsche Innenansichten“). Da ist der Bandname nicht Programm, denn eine große Bandbreite bietet die Bandbreite nicht. Richtig überzeugen können sie erst wieder mit „Plan B“, einem Song, der irgendwo zwischen Herbert Grönemeyer und Phrasenmäher angesiedelt ist und einen ganz wunderbaren Mitsingcharakter besitzt. Davon hätte man gerne mehr gehabt.

Was schlussendlich hängen bleibt, sind teils marginale politische Aussagen, wie man sie schon oft gehört hat und in Richtung Hiphop orientierte Musik, die sich nicht wirklich festsetzen kann. Drei oder vier Perlen sind zwischen den 12 Songs auf „artaberfair“ aber durchaus versteckt und man darf sich gerne auf die Suche nach ihnen machen.

www.diebandbreite.de

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28. März 2013 von in 2013, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , .