Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Tommy Finke – Unkämmbar

unkaemmbar_cover

von Simon-Dominik Otte

Ach, der Tommy. Ein neues Tommy Finke-Album ist immer eine Hörreise wert. Ebenso wie seine Beiträge und Newsletter immer lesenwert, lustig und interessant sind. Und dann legt er uns auch noch einen Kamm als Gimmick mit zur CD.

Auf „Unkämmbar“ erzählt er uns wieder Geschichten aus dem Leben, ob nun dem seinen oder dem irgendeines Menschen ist dabei völlig unwichtig. Er erzählt wie immer packend von den Kleinigkeiten, den Besonderheiten, dem Komischen und dem Traurigen. Mal vom schönsten Festivalort Deutschlands („Haldern“), dessentwegen sein erstes Kind geboren werden soll, mal von der wechselhaften Liebe in allen Lebenslagen („L<3L“) und mal von der Enttäuschung, festzustellen, dass es einfach keine Wunder gibt, die man sehen kann, wie lange man auch wartet („Canossa“).

Und all das tut der Mann aus Bochum mit dieser besonderen, manchmal seltsamen Stimme, die sich in die Gehörgänge schleicht, sich dort ausbreitet und häuslich niederlässt. Und wenn er uns sagt „es ist wahr, neben dir hab ich gut geschlafen“, dann glaubt man ihm das nicht nur, man fühlt sich sofort in Gedanken an ähnliche Empfindungen zurück versetzt, die durch „wer lacht zuletzt, wenn du mich verlässt?“ nur noch verstärkt werden.

Bei aller inhaltlichen Melancholie spricht aus „Unkämmbar“ ein unbestreitbarer Lebenswille, eine Freude, die ansteckend ist und motiviert, auch am nächsten Tag wieder aufzustehen und dem Leben ins Gesicht zu lachen. Alleine Textzeilen wie „ich glaub an gar nichts / du glaubst an jeden Scheiß / ich treff dich in der Mitte / weil ich es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht besser weiß“ sind nicht nur aufgrund der Wortverteilung ein zweites Hören wert, sondern auch, um den tieferen Sinn für sich zu erfassen. Und dieser tiefere Sinn steckt eben in vielen von Tommy Finkes Songs. So darf sich jeder aus der Suppe der Themen, Gefühle und Gedanken seine Kelle herausnehmen und genüsslich verspeisen. So kommt man über die Musik näher zu sich selbst.

„Mit 17 in Hamburg“ schließt das neueste Werk des Westfalen ab, ein Song über den Tod seines Vaters. Intensiver, persönlicher, bewegender und einfach auch perfekter hätte dieser Abschied von „Unkämmbar“ nicht sein können.

Die Bandatmosphäre gibt dem Album zudem noch den besonderen Touch, der so ganz anders ist, als Tommy Finke solo live zu sehen. Beides hat große Stärken und so gut wie keine Schwächen, sieht man vielleicht von der einen oder anderen Popanleihe ab. Die unterschiedlichen Instrumente, das Schlagzeug, all das gibt den 10 Songs eine besondere Note, lässt aber dennoch den Singer/Songwriter nicht vergessen, der Tommy Finke nun einmal ist und gefälligst auch bleiben sollte.

Wer also echte Geschichten aus dem echten Leben hören mag, der ist bei „Unkämmbar“ absolut richtig aufgehoben und wird sich auch so fühlen.

www.tommyfinke.de

2 Kommentare zu “Rezension: Tommy Finke – Unkämmbar

  1. Marie
    11. Mai 2013

    achso achtellorbeerblatt ich hab eine neue adresse
    http://dassesbleibtwieesist.wordpress.com
    vorher halbeskilo.wordpress.com

  2. Marie
    11. Mai 2013

    ich werde es mir ansehen

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. Mai 2013 von in 2013, E-H, Liedermacher, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , .
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