Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Sebastian Krämer- Akademie der Sehnsucht


Heiniger trifft
Markus Heiniger

und bespricht

Sebastian Krämers Akademie der Sehnsucht

Reinhören: Sehnsucht ist gemein

akademie

von Markus Heiniger

Nicht, dass Sebastian Krämer dieser Tage eine Interview-Anfrage von mir abgelehnt hätte, nein, aus purer Freude am spielerischen Nachdenken und natürlich aus Freude an meinem von mir verehrten Liedermacher-Kollegen Sebastian Krämer habe ich hier für einmal eine zugegebenermassen etwas eigenwillige Version von „Heiniger trifft“ verfasst und mich dazu gleich verdoppelt. Denn zum einen handelt es sich bei der „Akademie der Sehnsucht“ ja auch um ein Doppelalbum und zum andern dachte ich, etwas Verstärkung kann mir nicht schaden, wenn ich mich daran mache, Sebastians Album zu besprechen.

Um ein Doppelalbum aus zwei doch recht unterschiedlichen Teilen handelt es sich bei der „Akademie der Sehnsucht“ also. Der erste, theoretische Teil beinhaltet Studioaufnahmen mit zahlreichen Mitmusikern und von Sebastian Krämer selber geschriebenen Orchestersätzen. Der zweite, praktische Teil beinhaltet Live-Aufnahmen, in denen wir Sebastian Krämer vorwiegend solo am Piano hören. Ganz taufrisch ist das Werk ja nicht mehr. Aber zeitlos, nicht zuletzt deshalb, weil sich Sebastian Krämers Lieder mit Elfen befassen, einem Riesenrad aus seiner Kindheit, mit Gerüchte verbreitenden Krähen, oder auch mit ganz alltäglichen Dingen wie Deutschlehrern oder der Sehnsucht.

Und da ich meinen Liedermacher-Kollegen am Piano ja als Liedermacher-Kollege am Piano bespreche, befindet sich am Ende des Interviews für interessierte Leserinnen und Leser nun auch mal eine Lied-Kostprobe von mir.

MH Guten Tag Markus Heiniger.

mh Guten Tag.

MH Ist es für Sie in Ordnung, wenn wir beim Sie bleiben?

mh Ja, warum nicht. Etwas Distanz kann angesichts der doch etwas speziellen Konstellation dieses Interviews nicht schaden.

MH Meine Worte.

mh Ja.

Markus Heiniger und Markus Heiniger lehnen sich auf dem Gempenturm hoch über einer eindrücklichen Tafeljura-Felsnase, der Gempenfluh, ans Geländer und blicken nach Westen, in Richtung Burgunder-Pforte. Milde atlantische Winde umspielen die Baumwipfel unter ihnen. Und die Sonne stürzt als grosse rote Kugel dem Horizont entgegen.

MH „Sehnsucht ist gemein.“

mh „Wir fallen immer wieder auf sie herein.“

MH Ist sie, wie Sebastian Krämer singt, tatsächlich ein Flummi-Automat, dem man nicht trauen kann, weil man nie den Flummi kriegt, den man sieht?

mh Nein, natürlich nicht. Die Sehnsucht, wer weiss es nicht, ist eine grosse rote Kugel, die über der Burgunderpforte glühend dem Horizont entgegenstürzt. Und steht sie erst einmal tief genug, kann man plötzlich lange und tief in sie hineinblicken, hier vom Gempenturm aus etwa, hoch über den Baumwipfeln stehend, in denen laue Atlantikwinde spielen, ehe sich die Ruhe allmählich über sie und alle Gipfel auszubreiten beginnt. – Beim tiefen Blick in die Feuerkugel hinein geht einem das Herz auf und man möchte seine Schwingen ausbreiten um ihm entgegenzufliegen, diesem uns alle zugleich gebärenden und verzehrenden Stern. Ja, ihr entgegenfliegen. Ein Lied auf den Lippen, mitten in die Abendsonne hinein. Das ist Sehnsucht.

MH Aber dann hätte Sebastian Krämer sich geirrt?

mh Ja.

MH So müssten wir es ihm sagen, damit er sein Lied neu schreiben kann?

mh Nein.

MH Ja warum jetzt wieder nicht!?

mh Weil es Sehnsuchtslieder von rotglühenden, feurigen und auch blassen Sonnen (und Nebensonnen) schon gibt. Und weil weitere Auflagen solcher Lieder ganz bestimmt folgen werden.

MH Sie wollen also sagen, Sebastian Krämer habe mit seinem Lied etwas Neues geschaffen?

mh Mit dem ganzen Doppelalbum.Pressefoto Akademie der Sehnsucht_2

MH Inwiefern?

mh Insofern als es Poesie und Komik mit einer inspirierenden Gelassenheit verbindet.

MH Ja, aber der Sehnsucht eine gewisse Komik abzuverlangen, das ist doch im Grunde nichts Neues. Das ist das tägliche Brot eines jeden Clowns in der Mange. Und auch Wortkünstler wie Morgenstern und Ringelnatz haben sich ja schon mit Erfolg darin geübt. 

mh Morgensterns „Ein schnupfen hockt auf der Terrasse“ und all so was gibt es ja auch als Lieder. Und in der Schweiz gab es Mani Matter, der sich, wie ein Kritiker einst schrieb, stets „auf dem schmalen Grat zwischen Scharfsinn, Tiefsinn und Unsinn“ bewegte. Die einzige Kritik übrigens, die Mani Matter für sich wirklich gelten liess.

 

MH Tja, und was ist nun also wirklich neu bei Sebastian Krämer?

mh Der entspannte Umgang mit Humor und Pointen.

MH Sie meinen, dass Sebastian Krämer letztlich halt doch nicht zu jedem Thema eine einfällt?

mh Nein, das hätte er handwerklich locker drauf, wenn er es wollte. Aber er setzt nicht auf „Pointen-Dichte“. Es herrscht bei ihm tatsächlich eine gewisse Gelassenheit vor, die zuweilen gar wohltuend unterkühlt wirkt. Sebastian Krämer hält es einfach auch aus, immer wieder mal Lieder zu schreiben, bei denen wir uns selber entscheiden müssen, ob wir sie lustig finden wollen oder nicht. Zuweilen kommt er mir sogar bereits ein wenig vor, wie der Geschichtenerzähler in Peter Bichsels Buch „Zur Stadt Paris“, der auf die Frage eines Kindes, ob er denn lieber lustige oder traurige Geschichten erzähle, antwortet: „Wohl lieber traurige, wenn ich es unterscheiden könnte“.

MH Hätten Sie uns ein Beispiel dafür?

mh Ja, mein Lieblingslied des Albums: „Zehlendorf, Amselweg.“ Ein Knabe bietet auf einer Decke am Boden seine Habe feil. Billiger Ramsch. Sebastian Krämer beschreibt den Jungen und seine vergeblichen Versuche, die Passanten mit moralisch überlegenen leidenden Blicken dazu zu bewegen, ihm etwas abzukaufen. Sebastian Krämer beschreibt die Szene nüchtern, fast distanziert, trotz Schaffens eines persönlichen Bezugs in der zweitletzten Strophe. –  Das Lied könnte ja auch eine Fotografie sein. Nominiert für einen Pressefoto-Preis.

MH Auf der CD erwirkt der Streichersatz eine eher ernsthafte Grundstimmung. Ein trauriges Lied?

Nicht unbedingt. Das ist ja der Punkt. Nehmen wir den Strassenjungen doch mal als Metapher für uns Liedermacher. Und seine billige „Habe“ für unsere Lieder, für die sich zuweilen ja auch kaum jemand wirklich interessiert. Dann wird das Lied in meinen Ohren plötzlich komisch. Selbstironisch. Und ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen.

MH Und wie lautet dieser „persönliche Bezug, den Sie ansprechen?

mh „Lass ihn sitzen auf den sieben Sachen / die nur dem, der sie noch loswird Freude machen. / Tief gerührt von wechselseitigem Verstehn / sag dem Amselweg Auf Nimmer Wiedersehn.“ 

 

MH Der erfolgreiche Geschäftsmann wendet sich mit dem Betrachten des Jungen leicht angewidert von seinen eigenen erfolglosen Anfängen ab. Ist es nicht das? Ist es nicht im Grunde ein doch ziemlich arrogantes Lied?

mh Ein ehrliches. Ein exaktes, das weder beschönigt noch dramatisiert. Eines, das jedem viel Raum und doch keinen kalt lässt. Ein Kunstwerk eben.

MH Ich gebe Ihnen nun ein paar Stichworte zu Sebastian Krämers Album „Akademie der Sehnsucht“. Antworten Sie bitte kurz.

mh Gut.

„Meine Kunst ist nicht scharf, aber geschliffen“, sagte unser beider Lehrer Christof Stählin einmal.Markus_2066

MH Texte.

mh. Mit Reim und Versmass. „Meine Kunst ist nicht scharf, aber geschliffen“, sagte unser beider Lehrer Christof Stählin einmal. Das ist bei Sebastian Krämer nicht mehr immer der Fall. In Liedern wie „Mitleid mit Satan“ oder „Deutschlehrer“ kann’s bei Sebastian Krämer schon auch mal eher scharf werden. Dabei möchte ich aber auf den manchmal entscheidenden Unterschied zwischen Album-Versionen und Live-Konzerten hinweisen. Sebastians schelmisch funkelnde Augen sind es, die bei seinen Konzerten einiges, was scharf scheint, wieder entschärfen, ja dahinschmelzen lassen. Und ganz ohne Schärfe sind ja auch kaum Effekte zu erzielen oder Pointen. Und solche weisen Sebastian Krämers Lieder schon mal auf.

MH Wie gesagt, kurz, wenn ich bitten darf.

mh Verzeihung.

MH Ist schon ok. – Musik.

mh Die Instrumentierung auf CD 1 ist ein Wurf. (CD 2 ist ja live am Piano-Solo).

MH Könnten Sie das vielleicht etwas differenzierter ausdrücken?

mh (Grinst). Gerne! Sebastian Krämer hat bei der Arbeit mit Mitmusikern und Orchester seine Lieder nicht aufgeblasen, was für einen Liedermacher, der plötzlich aus dem Vollen schöpfen kann, alles andere als selbstverständlich ist. Komponiert Sebastian Krämer für Violine, meint er Violine. Komponiert er für Trompete, Posaune und Horn, meint er Trompete, Posaune und Horn. Zwar hat er durchaus mit der grossen Kelle angerührt, aber ohne zu bluffen. Er lässt die Instrumente zu uns sprechen und durch sie die Musik.

Die Sonne steht nun direkt über dem Horizont. Man kann sie fast mit Händen greifen.

MH Groove.

mh Ja. Ein durchaus gutes Gefühl, besonders auch fürs Timing über die Strecke eines ganzen Liedes im besten klassischen Sinne. Und beim Grooven hat Sebastian Krämer ja auch ein gutes Näschen dafür, mit wem er zusammenarbeiten soll. In der „Gewitter-Latin-Nummer“ etwa mit Dota Kehr.

MH Melodie und Harmonie.

mh Was bei Sebastian Krämers Liedern besticht, sind die immer wieder überraschend flexiblen Harmonielinien und –bogen, die bei aller Variabilität nie beliebig wirken und stets im Dienste seiner ansprechenden, ja, sagen wir es ruhig, schönen Melodien stehen.

MH Stimme.

mh. Sie wirkt im Ansatz recht zart, zuweilen fast etwas jungenhaft, kann aber eine ganz erstaunliche Kraft entwickeln und erreicht locker ungeahnte Höhen.

MH Klavier.

mh Sebastian Krämer ist der wohl beste Begleiter seiner Lieder.

MH Krähen.

mh Darf ich zu diesem Thema mal so richtig ausholen?

MH Gestattet.

Reinhören: Die Gespräche der Krähen

mh Sebastian Krämer spielt im Lied „Die Gespräche der Krähen“ mit dem Negativ-Image, das die krächzenden Gesellen in unserem Christlichen Abendland als Hexenvögel und dergleichen abgekriegt haben. Obwohl der riesige Kolkrabe mit seinem etwas höheren metallischen Gesang als Wotans-Vogel und Grabwächter des Barbarossa und seines gebildeten Enkels Friedrich von Hohenstaufen ja ein durchaus gutes Image hätte. Der Sage nach sollten die Kolkraben die beiden Könige auferwecken, sollte dem Christlichen Abendland einst grösseres Ungemach drohen. Aber eben, das schlechte Raben-Bild bestimmt bis heute unser Denken und unsere Sprache. Wir nennen schlechte Eltern „Rabeneltern“, glücklose Menschen „Unglücksraben“ ungepflegte Frisuren „Krähennest“ und die Elster „diebisch“. Und die Saatkrähen in ihren riesigen Schwärmen sind in unseren Städten heute ja tatsächlich zur echten Belastung geworden und ärgern uns mit viel Lärm und Kot. In Bern etwa diskutiert man schon die Freigabe zum Abschuss.

MH Uff!

mh Und ich bin noch nicht fertig. Der Gipfel des Negativ-Images der Rabenkrähe ist ja der Begriff „Galgenvogel“. Als ob unsere schwarzgefiederten Freunde verantwortlich wären für die barbarische Justiz des Mittelalters.

MH Wahrlich ein kohlrabenschwarzes Kapitel. – Und was setzen Sie dem allem entgegen?

mh Zoologen sagen, die Krähen seinen quasi unsere Schimpansen. Sie bestehen locker den Spiegeltest, erkennen sich darin also selber und bestechen auch sonst durch intelligentes Verhalten. Sie sind lernfähig und ebenfalls fähig komplexe Handlungen vorauszuplanen. Und genau das wussten die Menschen im Grunde ja schon lange. In der Nordischen Mythologie schätzte man ihre Klugheit und Apollon brachten sie Glück. Raben- und Nebelkrähen gehören mit zu meinen Lieblingsvögeln. Sie blicken schlau in die Welt und können sogar, wie Papageien, Menschliche Sprache imitieren. Und wer die Alpendohle im Hochgebirge schon mal beim kunstvollen Segeln in der Thermik an Felswänden beobachtet hat, wird mit dem Negativimage von Rabenvögeln wenig mehr anfangen können.

MH So ist Sebastian Krämers „Die Gespräche der Krähen“ also ein verunglücktes Lied?

mh Ganz im Gegenteil. Es ist ein starkes Lied, eines der stärksten des Doppelalbums. Man soll doch mit so was spielen dürfen. Ottfried Preussler tat es bei „Krabat“ ja auch. Bei Sebastian funktionieren die Krähen nicht zuletzt auch als Metapher für unsere nicht nur ungefährlichen sozialen Medien wie Facebook oder Twitter.

MH Noch ein Stichwort: Intellektuelle Lieder.

mh Nicht nur. „Kätzlein auf meinem Auto“ habe ich zusammen mit meinen Kindern gehört. Wir haben und schief und krumm gelacht.

MH Sie weichen aus.

Ist es Schlimm, wenn man den Inhalt eines Ohrwurms nicht begreift?

mh Ja, klar. Ich verstehe bei Sebastian Krämer tatsächlich nicht immer alle Lieder auf Anhieb. Den Song „Manchmal höre ich die Stimme noch“ zum Beispiel habe ich nach wie vor nicht wirklich kapiert, wie ich meine. Aber ist es schlimm, wenn man den Inhalt eines Ohrwurms nicht begreift?

MH Wieso fragen Sie das mich?

mh Eine gute Frage.

MH Welche sagen wir mal drei Lieder aus „Sehnsucht ist gemein“ sind Ihnen nebst „Zehlendorf, Amselweg“ auch noch ans Herz gewachsen?

mh „Das Ding, das die Treppe runtergehen kann“. Wenn schon grosse Showtreppe, dann genau so! „Das Möllnhausener Riesenrad“. „Die erste Lüge“ und das Lied „Scheinbar in Berlin“. – Waren das schon drei?

MH Sie haben Sebastian Krämer bezüglich des „Scheinbar-Lieds“ doch einmal gefragt, ob so viel Sentimentalität und Nostalgie in einem aktuellen Lied denn sein dürfe.

mh Ja, ich wollte von ihm wissen, wie er das einordnet. Seine Antwort war ein flammendes Plädoyer für einen Tribut-Song an eines der Lokale, in denen Kleinkunst leibt und lebt und blüht. Das hat mich auf der ganzen Linie überzeugt.

Die Dämmerung ist hereingebrochen. Die Amsel singt. Blackbird. Wer so singen kann, darf wohl getrost ein rabenschwarzes Federkleid tragen. Sebastian Krämer seinerseits ist in dieser Hinsicht allerdings weder Rabe noch Amsel. Wer ihn schon live erlebt hat, weiss wohl, wie sehr er auf Farben steht. Begonnen mit der Krawatte.

MH Bewundern Sie Sebastian Krämer eigentlich?

mh Ja, das kann ich unumwunden sagen.

MH Und was können Sie, was Sebastien Krämer nicht kann?

mh Berndeutsch.

MH Und was noch?

mh Baseldeutsch.

MH Nein, ich meine jetzt ernsthaft. – Am Klavier und so.

mh Diese Frage musste ja kommen. Ich bin nicht eifersüchtig, wenn Sie das meinen. Ich empfinde Freundschaft und ziehe vor ihm den Hut.

MH Danke für dieses Gespräch.

mh Bitte, gerne.

MH Gehen Sie jetzt wieder dichten?

mh Ja.

.                                                                                                                                                 .

„Sebastian Krämer

wurde am 23.12.1975 in Ostwestfalen geboren und ist seitdem (von wenigen Jahren des Erwerbs grundlegender Lebensfunktionen abgesehen) Sänger und Dichter.“ (Aus Sebastian Krämers Website.)

Auftrittsorte, -daten und vieles mehr über einen der genialsten Kleinkünstler unserer Tage finden Sie ebenfalls auf seiner Website.

www.sebastiankrämer.de

Und hier Sebastian Krämers „Zehlendorf, Amselweg“

und

Markus Heinigers „Dichten“.

5 Kommentare zu “Rezension: Sebastian Krämer- Akademie der Sehnsucht

  1. Markus Heiniger
    29. Mai 2013

    …und dann – manchmal nach Stunden, manchmal nach Tagen – weichen die Zweifel allmählich einem Lächeln, und ich versöhne mich mit meiner Arbeit. Und so trete ich dann auf die Bühne. Nicht frei von Zweifeln. Aber schelmisch, fröhlich.

  2. achtellorbeerblatt
    24. Mai 2013

    Also ich glaube ja, dass dieses „an sich Zweifeln können“ eine Stärke ist. Nur wer das kann, kann sich verbessern und andere bewegen. Deswegen sind große Künstler ja oftmals derart zerrissene Charaktere. Oder? Ich selbst bin ja nur in zweiter Linie froh Markus Heiniger im Team zu haben, weil er uns „die Schweizer“ näherbringt – in erster Linie bin ich es, weil er in seinen Artikeln immer ein wenig was wagt, was anders macht.Um den ganz großen Bogen zu spannen denke ich, dass „wir“ doch deswegen auch Liedermacher hören – es ist das einzige Genre, dass uns nicht zu tumben „Fans“ degradiert, sondert uns auffordert eigene Wege zu gehen, selbst was zu wagen. An derlei Texten wie dem hier merke ich das sehr gut und deswegen „fördern“ wir das auch gerne. Was nun nicht heißen muss, dass jeder Schreiber sich zwangsläufig eine kreative Kartoffel durchs Knie schießen muss, überhaupt nicht. Schließlich geht es am Ende immer um den besprochenen Künstler, dessen Musik – und nicht den Autoren des Artikels. Aber Kunst ist halt niemals eine Einbahnstraße, im besten Falle macht sie etwas mit einem, inspiriert – und wenn man das dann so dargestellt bekommt wie Markus Heiniger hier – großartig.

    David/EAL

  3. literaturen
    23. Mai 2013

    Danke für die grandiose Besprechung eines grandiosen Künstlers. ;)

    • Markus Heiniger
      23. Mai 2013

      Bitte, gerne! Und danke für diese erste und bestärkende Rückmeldung! – Mani Matter wurde ja einmal gefragt, was er als erstes tue, wenn er ein Lied fertiggeschrieben habe. „Zweifeln“, war seine Antwort. So geht es mir auch. Auch bei Texten, wie jenem über Sebastian Krämer.

      • literaturen
        24. Mai 2013

        Ja, ich glaube, dieses Zweifeln ist mir auch sehr geläufig.

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