Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Fee Badenius – Feemannsgarn

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von Sophie Weigand

Wer Fee Badenius zum ersten Mal hört, dem wird auffallen, dass die junge Frau aus dem Norden, bereits Meisterin zahlreicher Musik-Slams und Gewinnerin einiger Nachwuchspreise, ihren Namen völlig zu Recht trägt. In ihrer Stimme und ihren Worten liegt tatsächlich etwas Feenhaftes, etwas Sanftes und Zerbrechliches. „Feemannsgarn“ ist ihre erste CD und erschien 2012 im Reimkultur Musikverlag, dem Label von Bodo Wartke & Sven Schütze.

Doch Fee Badenius ist mitnichten nur ein zartes Stimmchen begleitet von seichten Gitarrenklängen, in ihren Liedern klingt auch eine große Prise Humor an, weht hier und da ein Hauch Melancholie durch die Musik, der in vielen Fällen doch das kompositorische Salz in der Suppe ist. Elf Lieder haben es auf die CD geschafft, elf Lieder zwischen Ohrwurm und Entspannung, zwischen Schmunzeln und Nachdenklichkeit.

Schon das erste Lied „Kein Land in Sicht“ über sturzartige Regenfälle und das Stranden auf einsamen Inseln gerät überraschend zu einem Song voll positiver Energie, schließlich mündend in die Aufforderung – Kein Land in Sicht, ist doch alles halb so schlimm – los trau Dich und schwimm. Hier deutet es sich schon an, dieses sympathische Augenzwinkern in vielen Liedern, die nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen.

Ein herrliches Beispiel hierfür auch „Gute Freundin“, bei dem man vermutlich zunächst eine Ode an die Freundschaft erwartet, ein sanft-warmes Händereichen zwischen zweien, die in tiefer Zuneigung verbunden sind, bis Badenius den ersten Satz singt – Ich bin keine gute Freundin, ich weiß einfach nicht, wie das geht. Jedes landläufige Klischee engster Frauenfreundschaft wird hier aufs Korn genommen, von „Sex And The City“ über gemeinsame Diäten und obligatorisches Klamottenshopping, bis sich der Song zu einer beinahe zwangslogischen Konsequenz verdichtet. Die einzige gute Freundin ist man sich doch immer noch selbst, oder?

„Einbahnstraßenschilderwald“ gehört zu den poetischeren Liedern der Platte, beginnend mit der Zeile: Jetzt sitzen wir in der U-Bahn und spiegeln uns – im Fenster, um zu sehn, dass es uns gibt. Hier wird ganz deutlich, dass Fee Badenius bravourös mit Worten jonglieren und mit ihnen wohlige Stimmungen erzeugen kann, die man sich auch gern über das Lied hinaus bewahrt. Ein Lied für regnerische Tage und eingepferchtes Ausharren in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf der CD dann charmant kontrastiert durch „Liebe Tomate“, ein Stück, das zwischen Klamauk und Kunst überraschend gut Balance zu halten weiß.

Noch ist Fee Badenius sowas wie ein Geheimtipp, doch nachdem sie dieses Jahr beim Prix Pantheon aufgetreten ist, wird das vermutlich nicht mehr lange so bleiben. Und so wird die junge Künstlerin nicht länger nur „innendrin“ ein Schmetterling sein, sondern sich auch „außen“, für alle sichtbar, zu einer erfolgreichen Liedermacherin mausern.

www.feebadenius.de

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. Juli 2013 von in 2013, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , , , .
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