Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Auf dem Weg zum ersten Album Part II. Lukas Meister’s Crowdfunding- Projekt.

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Foto: timmy hargesheimer photography

Interview: Tobias Stute

Wie angekündigt kommt heute der zweite Teil unserer Lukas- Meister-Reihe, dieses Mal zum Thema „Crowdfunding“. Außerdem erzählt Lukas Meister Details zur Entstehung seines Albums „Wanderjahre“, welches am 27. September erscheinen wird.

Das erste Interview mit Lukas Meister finden Sie hier.

Ein Achtel Lorbeerblatt (EAL): Hallo Lukas.

Lukas Meister (LM): Hallo, schön dich zu sehen.

EAL: Ich hoffe, du hast dich seit unserem ersten Interview gut erholt. Wir hatten es dort schon angedeutet, das Thema ist heute „Crowdfunding“. Erkläre bitte, was Crowdfunding ist.

LM: Crowdfunding entsteht aus dem Gedanken, dass Geld knapp ist, es aber Leute gibt, die gute Ideen haben, diese umsetzen möchten und ein Interesse an solchen Dingen bei anderen besteht. Das heißt, wenn ich eine kreative Idee habe, gleich welcher Art, sei es die Erfindung von einem neuartigen Schreibwerkzeug oder sei es ein Film, den ich drehen oder eine CD, die ich aufnehmen möchte, dann kann ich über eine der vielen Plattformen ein Crowdfunding-Projekt starten. Dahinter steht der Gedanke, dass ich einerseits Geld sammeln möchte, um mein Projekt in die Tat umsetzen zu können, andererseits aber auch, sagen wir mal, nicht ohne Gegenleistung betteln möchte. Der Künstler bietet als Gegenleistung Dienstleistungen oder Produkte an, die ihn nichts oder nicht viel kosten, für den Unterstützer aber einen Gegenwert haben. Man setzt einen Katalog auf, in dem man sehen kann, für welchen Betrag man welches Dankeschön erhält. Es ist natürlich klar, dass es nett bleibt, dass Menschen das Projekt finanzieren, deshalb heißt es Dankeschön, es ist aber auch wichtig, dass eine Gegenleistung erbracht wird.

Zunächst durchläuft man beim Crowdfunding eine Startphase. Dabei muss man, abhängig von der Höhe des Betrages, den man erreichen möchte, eine bestimmte Fanzahl für das Projekt gewinnen. Das zeigt, ob ein gewisses Interesse für das Projekt vorhanden ist. Ist die vorgegebene Fanzahl erreicht, kommt man in die Finanzierungsphase. In dieser Phase können die Dankeschöns gebucht werden. Das heißt, man überlegt sich wie viel man geben möchte und sucht sich dafür ein Dankeschön aus. Man kann über Paypal, Sofortüberweisung buchen, oder lässt sich ohne eine Registrierung ein Überweisungsformular per E-Mail senden.

Dem Künstler wird angezeigt, wie viel Geld er schon erhalten hat, er bekommt es aber erst, wenn er sein Ziel erreicht hat. Dann bekommen die Leute auch ihr Dankeschön. Wurde das Ziel nicht erreicht, bekommen die Menschen ihr Geld zurück und das Projekt ist nicht durchführbar.

EAL: Du hast die erste Phase sehr schnell erfolgreich überstanden und deine Fanzahl in wenigen Stunden erreicht. Jetzt bist du mit deinem Projekt in der Finanzierungsphase auf der Plattform „Startnext“. Bitte erzähl, warum dich Menschen unterstützten sollen, bzw. wofür bei dir das Geld eingesetzt wird.

LM: Das Geld wird für die Pressung meines Albums benötigt. Die Aufnahmen sind gemacht, die Songs werden gerade gemastert. Um nun das fertige Produkt in den Händen halten zu können, fehlt die CD-Pressung. Sicher könnte man auch selber CD’s brennen und CD-Hüllen ausdrucken, aber bei der ganzen Mühe, die da schon drinnen steckt, wünsche ich mir ein professionelles Produkt. Dadurch komme ich als Künstler natürlich auch weiter und kann die CD als Promotionmaterial verschicken oder verkaufen.

Ohne die Unterstützung könnte es in dem Album-Prozess gerade nicht weitergehen. Gleichzeitig sehe ich durch das Projekt auch, wie viele Interesse an der CD haben. Das heißt, wenn niemand die CD vorbestellen würde, dann müsste ich mir die Frage stellen, wie gut das Ding überhaupt ankommt. Die CD-Vorbestellung ist übrigens eines der Dankeschöns, d.h. wenn man sie eh haben möchte, könnte man sie jetzt schon bezahlen, hat sie sicher und etwas früher als Andere und hat mir gleichzeitig geholfen.

EAL: Die CD-Vorbestellung ist also eines dieser Dankeschöns. Was kann man noch von dir bekommen?

LM: Also für den kleinsten Betrag von 5€ würde es einen MP3-Download geben und für 15€ das Album eine Woche vor der Veröffentlichung. Zudem wird es z.B. Pakete mit der CD und der Einladung zum Release-Konzert in Freiburg geben, oder eine Danksagung im Abspann eines Videos, welches wir drehen werden. Man kann sich auch bei mir zum perfekten Dinner einladen, ich bekoche dann drei Personen hier in meiner Wohnung für 100€ oder für 150€ mache ich ein Wohnzimmerkonzert. Je nachdem, wo das ist, kommen evtl. noch Fahrtkosten dazu. Da komme ich zu jemandem nach Hause oder in eine WG und spiele dort ein Konzert. Für Firmen haben wir auch noch ein Angebot.

EAL: Das sind ja viele Möglichkeiten. Sind denn z.B. die Wohnzimmerkonzerte nur auf den Freiburger Raum begrenzt?

LM: Es wurde z.B. eins in Berlin gebucht, da ich dort regelmäßig bin, geht das natürlich auch. Da ich viel unterwegs bin, dürfte es auch anderswo gehen. Das muss man immer gucken und mit Terminen eventuell etwas flexibel sein.

EAL: Gehen wir mal davon aus, dass die Finanzierung klappt, die Songs sind ja fertig und die CD kann gepresst werden. Was kommt dann?

LM: Ja, das stimmt. Ende Juli sind die letzten Songs fertig, es kommt noch das Artwork, also das Cover, und alles zusammen würde ins Presswerk gehen. Am 27. September soll das Veröffentlichungskonzert in Freiburg sein und danach eine kleine Tour starten. Da liegen die Eckpunkte zwischen Berlin, Hamburg, Ulm, Stuttgart und es werden noch mehr kommen. Außerdem entsteht das Video zu dem Song „Weiter“. Zudem soll natürlich versucht werden, dass das Album bei Radiosendern landet. Es geht also um die Verbreitung, damit das alles nicht einfach verpufft.

EAL: Da wir dazu noch gar nicht so viel gesagt haben, komme ich nochmal auf die Albumentstehung. Mir ist aufgefallen, dass man bei deinen Songs nicht nur dich und deine Gitarre hört. Wer hat dich da unterstützt?

LM: Also, auf dem Album sind 14 Songs. Man hört auch mal andere Instrumente. Darüber habe ich mir lange und intensiv Gedanken gemacht und experimentiert. Der Entschluss war, dass das Album, die Musik die ich mache wenn ich alleine mit der Gitarre auftrete, widerspiegeln soll. Also, man kann und muss die Musik wiedererkennen können, wenn ich alleine auf der Bühne stehe.Gleichzeitig sollte aber etwas dazukommen, das den CD-Hörern das Gefühl gibt, nicht nur einen Live-Mitschnitt anzuhören. Stattdessen werden noch kleine Nuancen der Songs herausgekitzelt. Die Songs wurden von mir für Gitarre und Stimme geschrieben, das bleiben sie auch, aber beim Album sollte noch etwas hinzukommen.

So kamen Dagmar mit dem Kontrabass, Fabian mit der Trompete und Made mit dem Cello hinzu. Das waren nicht die einzigen, einer kannte den anderen und so entstanden glücklicherweise immer neue Sachen. Veronika steuerte Backing Vocals bei, ihre Schwester Theresa Akkordeon, Moritz von Flapjack spielte Schlagzeug und Jan Percussion und Orgel. So viel kam dazu, aber alles als kleines Gimmick, damit das Album ein anderes Erlebnis ist – im Vergleich zum Livekonzert.

EAL: Das ist ja eine schöne Herangehensweise die Songs so aufzunehmen. Viele meiner Fragen hast du schon im in deinen Antworten beantwortet, daher können wir langsam zum Ende kommen. Ich möchte dir noch Raum geben, den Ein Achtel Lorbeerblatt Leserinnen und Lesern eine abschließende Botschaft zukommen zu lassen, warum sie dich bei der Albumpressung finanziell per Crowdfunding bei Startnext unterstützen sollen.

LM: Das ist gar nicht so leicht eine Formulierung zu finden. Das Schwierige ist, es nicht nur mit Gründen zu sagen, aus denen man jeden unterstützen sollte.

Bei Startnext sollte man mich unterstützen, wenn man die Musik mag, man helfen will, dieses Projekt umzusetzen und weil es eine schöne Möglichkeit ist, Unterstützung zu geben und gleichzeitig etwas zurück zu bekommen. Es geht um Musik, es steckt aber auch viel Liebe drin.

EAL: Ich denke, man sollte sich deine Musik bei Soundcloud anhören. Man kann so hören, was du machst. Zudem kann man dort auch in das Album reinhören. Anschließend bei Startnext das Projektvideo und den Text lesen und entscheiden, ob man dich unterstützten möchte. Wir vom Ein Achtel Lorbeerblatt wünschen dir, dass sich viele Menschen finden, die dir helfen, damit du die CD-Pressung vornehmen kannst.

Wir begleiten dich weiter. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses zweite Interview genommen hast.

LM: Ich danke.

Hinweise für die Ein Achtel Lorbeerblatt Leserinnen und Leser:

Dies war das zweite Interview mit Lukas Meister. Bis zum nächsten Beitrag wird es etwas länger dauern, wir haben aber bereits etwas Spannendes im Blick.

Wer Lukas Meister unterstützen möchte, findet hier die wichtigen Links:

Crowdfunding Projekt von Lukas Meister:

http://www.startnext.de/lukasmeister

Songs zum Reinhören:
https://soundcloud.com/lukas-meister

Homepage:
http://lukasmeister.tumblr.com/

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