Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Niedecken – Zosamme alt

niedecken_zosamme

von Dennis Kresse mit Dank an www.alternativmusik.de

Das war ganz schön knapp mit dem Zosamme alt werden, lieber Wolfgang. Am 02. November 2011 hielt nicht nur Köln die Luft an und schickte Stoßgebete an wen auch immer, als Niedecken einen Schlaganfall erlitt, den er aber zum Glück unbeschadet überstand. Nach einigen BAP-Konzerten und der Fertigstellung von Zugabe, dem zweiten Teil seiner Memoiren Für ne Moment, jetzt mal wieder ein Soloalbum von Wolfgang Niedecken, das sich aus alten BAP-Nummern und Songs, die Wolfgang ans Herz gewachsen sind, besteht. Gewidmet ist Zosamme alt seiner Frau. Gibt’s eine schönere Liebeserklärung, als den Wunsch, zusammen alt zu werden und gesund zu bleiben?

Entstanden ist Zosamme alt in Woodstock in einer zum Studio umgebauten Kirche und der Geist von Bob Dylan, seit jeher das Vorbild Niedeckens, schwebt wie ein guter Geist über den Aufnahmen. Immerhin lebte „His Bobness“ mal in Woodstock, auch wenn er nie auf dem legendären Festival aufgetreten ist (um diese urbane Legende mal endlich zu den Akten zu legen).

Aber der „Dylan aus der Südstadt“, wie Wolfang Niedecken genannt wurde, als er noch nur mit Gitarre und Mundharmonika ins „Chlodwig Eck“ in Köln ging, kann mittlerweile auf eine ähnlich imposante Karriere zurückblicken. Aufgenommen wurde Zosamme alt mit echten Koryphäen der amerikanischen Musik wie Larry Campbell, der für Bob Dylan spielte und Stuart Smith, der lange bei der Tourband der Eagles war.

Es ist ein Konzeptalbum für Tina Niedecken. Aber die Lieder darf sich jeder Verliebte gerne nehmen. Und es ist ein sehr intimes und persönliches Akustik-Album, auf dem man eine Dauergänsehaut bekommt und sich der ein oder andere Hörer verstohlen das ein oder andere Tränchen aus dem Auge wischt.

Eröffnet vom Titelstück geht es chronologisch voran, vom ersten „Tina“-Lied Rääts un links vum Bahndamm aus dem Da Capo-Album von 1988 über Paar Daach fröher von der CD Pik Sibbe bis hin zur Verneigung vor, na sicher, Bob Dylan, mit When I paint my masterpiece und All I really want to do.

So großartig kann ein so persönliches Album sein.

Homepage: www.bap.de/zosamme-alt

3 Kommentare zu “Rezension: Niedecken – Zosamme alt

  1. Dan the Man
    20. September 2013

    „Chlodwig“, nicht Chlodwick…

  2. Sven
    20. September 2013

    „Zosamme alt“ … ist gut … und jeder sollte es „zosamme“ werden.
    Ostseegrüße

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 20. September 2013 von in 2013, Neu & aufgefallen, Plattenbesprechungen und getaggt mit , , , , , , , , .
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