Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Hagenbuch hat jetzt zugegeben…

hdh

von Markus Heiniger

… dass Hanns Dieter Hüsch, der fahrende Poet vom Niederrhein mit Schalk im Nacken und Melancholie im Genick, der sanfte Rebell an der Mini-Orgel mit Sternzeichen Sanftmut und Aszendent Mainzer Unterhaus, der Entdecker des Tiefgangs der Oberfläche, der Schnellsprecher und Wahl-Berner, der wohl für immer in der Schweizerischen Hauptstatt sesshaft geworden wäre, hätte er daselbst in den herausgeputzten Gassen und blitzblanken Restaurants nicht hin und wieder, aber eben doch recht schmerzlich, den Staub des Ruhrgebiets und dessen Kneipen vermisst; dass er also, Hüsch, ihn, Hagenbuch, den Erklärer der Welt, vom einzigen Standpunkt aus, von dem dieser verrückte Planet noch zu erklären sei, wie Hüsch meinte, nämlich vom Standpunkt der Irrenanstalt aus, dass er also, Hüsch, ihn, Hagenbuch, gar nicht erfunden habe, sondern umgekehrt, er, Hagenbuch, Hüsch.

Und da Hüsch, so Hagenbuch zu Lorbeerblatt übrigens, zu Ihnen also, zu uns allen somit, also recht eigentlich seine ureigene Erfindung gewesen sei, sei er auch gar nicht gestorben, Hüsch, denn, so Hagenbuch lakonisch, es liege ja nicht in der Natur von Erfindungen zu sterben, nein, ganz im Gegenteil, so Hagenbuch zu Lorbeerblatt, zu Ihnen also, zu uns allen somit, nein, so Hagenbuch wörtlich: „Einmal Hüsch, immer Hüsch.“

Und wenn da nun einer am Niederrhein vom Lieben Gott persönlich, auf dem Gepäckträger seines, des Lieben Gottes, alten klapprigen Fahrrads unlängst in den Himmel gefahren worden sei, dann sicher nicht Hüsch, nein, dann er selber, Hagenbuch, denn Hüsch, so Hagenbuch zu Lorbeerblatt, zu Ihnen also, zu uns allen somit, sei unlängst wieder gesehen worden. Unter dem Namen Ditz Atrops habe er am Tresen gestanden und die Leute unterhalten, in der Nähe von Moers. Und Tags darauf sei ähnliches aus Basel berichtet worden, wo er in der Nähe des Theaters Fauteuil als Heinrich von Asterlagen eingecheckt habe.

Nein, so Hagenbuch zu Lorbeerblatt, zu Ihnen also, zu uns allen somit, Hüsch für tot zu erklären sei angesichts der aktuellen Indizienlage höchst fahrlässig, höchst fahrlässig, höchst fahrlässig, um es im Stile des selbsternannten Wiederholungsfetischisten Hüsch zu sagen, wie er mit Nachdruck erklärte, er, Hagenbuch. Er warne sogar ausdrücklich davor, Hüsch für tot zu erklären. Tot seien viele, mein Gott, meinte Hagenbuch, viele; und manche, so Hagenbuch zu Lorbeerblatt, zu Ihnen also, zu uns allen somit, viele ja tatsächlich auch zu recht. Aber Hüsch nicht, Hüsch nicht. Der zu allerletzt.

Zur Webseite von Hanns Dieter Hüsch

Ein Kommentar zu “Hagenbuch hat jetzt zugegeben…

  1. marie
    6. Dezember 2013

    Hat dies auf Querbeet rebloggt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. Dezember 2013 von in Uncategorized und getaggt mit , , , , .
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