Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Nobody Knows – Morgen, Kinder, und übermorgen auch

morgen_kinder_und_uebermorgen_auch

von Simon-Dominik Otte

Da sind sie also wieder. Nobody Knows. Und liefern passend zur Jahreszeit ein Weihnachtsalbum der dann aber doch irgendwie besonderen Art ab. Mit Tassengeklapper, Geigen, Gitarren, Mundharmonika und viel Humor. „Es ist doch Winter, ich will Schnee“ heißt es im „Winterlied“, auch wenn der ein oder andere Norddeutsche diesen Satz nach Xaver wohl eher nicht unterschreiben möchte. Schnee, ja, bitte, aber ohne Chaos. Doch zurück zur Musik.

Da gibt es so bekannte Titel wie „O du fröhliche“ in eben fröhlicher Folkstimmung, ganz ohne Pathos und kirchliche Langeweile. Überhaupt nehmen Nobody Knows alle Patina von den Liedern, schütteln sie kräftig aus und legen ihre eigenen Gedanken neben sie, um etwas Neues zu erschaffen, das eben nichts mit all den bekannten, nervenaufreibenden Standards zu tun hat, die uns in jedem Kaufhaus um die Ohren gehauen werden.

Mit „Ach, bittrer Winter“ könnten sie auch so manchen Mittelaltermarkt beschallen, würden sich hervorragend einreihen. Somit entbehrt die neue CD auch nicht eines kleinen Stückchens Wehmut und Melancholie. Gleiches gilt auch für „Sleeping Maggie“, das sich gut als Begleitmusik zu einem feucht-fröhlichen Abend im Irish Pub vorstellen lässt.

Nobody Knows ist auch mit „Morgen, Kinder, und übermorgen auch“ wieder ein überzeugendes Werk gelungen, das uns Altbekanntes neu verpackt und ebenso instrumentiert darbietet und sich sicherlich gut unter so manchem Weihnachtsbaum macht. Denn auch das Äußerliche tut das Seinige zur Gesamtwirkung hinzu, werden beispielsweise alle Mitwirkenden persönlich vorgestellt und das gezeichnete Cover lässt an Robert Gernhardt denken.

Und dann, wenn man schon denkt, dass es das wohl gewesen ist, wenn nämlich die letzten Takte des Outros verklungen sind, dann dürfen wir noch einmal mit Nobody Knows gemeinsam den Regentanz tanzen.

Danach nur noch erschöpft in die Kissen sinken, die Augen schließen und vielleicht ein klein wenig von der kommenden Weihnacht träumen. Die Zeit bis dahin kann man sich durchaus mit dieser CD vertreiben. Und die danach auch. Denn irgendwann ist ja wieder Weihnachten.

Bis dahin: Frohes Fest!

www.nobodyknows.de

3 Kommentare zu “Rezension: Nobody Knows – Morgen, Kinder, und übermorgen auch

  1. Georg Marth
    14. Dezember 2013

    Vielen Dank für diese tolle Rezension! Wir freuen uns, dass wir gefallen!

  2. Sandra
    14. Dezember 2013

    Wunderbar! Auch ich möchte mich für die sehr schöne Rezension bedanken.
    Und das Album ist eine Ohrenweide!

  3. Gudrun
    9. Dezember 2013

    Ja, da sind sie wieder. Und erfinden die Weihnacht neu. Oder doch nicht …? Für diese wunderbare Rezension vielen Dank!

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