Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Swingende Notwendigkeit: Bodo Wartke im Interview.

von Sophie Weigand

Bodo+Wartke+BodoWartke

Im Dezember 2012 gab es die ersten Konzerte von Bodo Wartke zusammen mit dem Capital Dance Orchestra unter dem Titel „Swingende Notwendigkeit“. 2013 folgten weitere Auftritte und auch für dieses Jahr sind wieder gemeinsame Konzerte geplant. Für unsere Autorin Sophie Weigand schon fast eine zwingende Notwendigkeit, sich mit Bodo Wartke über dieses Programm zu unterhalten.

 

EAL: Im Dezember 2012 bist du zum ersten Mal gemeinsam mit dem Capital Dance Orchestra  aufgetreten, das war zunächst nur ein musikalisches Experiment. Wie kam es dazu?

Bodo Wartke: Der Orchesterleiter David Canisius fand mein Klavierkabarett toll! Er hörte bei einem Noah-Auftritt in Wien vor seinem inneren Ohr meine Lieder im Big Band Sound. Ich kannte das Orchester wiederum von Tanzveranstaltungen und schließlich begegneten wir uns beim Lindy Exchange in Berlin, kamen ins Gespräch und entwickelten das Projekt Swingende Notwendigkeit. Wir baten Jonas Schön, einen begnadeten Arrangeur, drei meiner Lieder für das Orchester zu arrangieren. Der Testballon war erfolgreich und das Best-of-Programm mit Pauken und Trompeten war geboren.

EAL: Was begeistert dich so an der Zusammenarbeit mit einem Orchester?

Bodo Wartke: Das hat so viele Aspekte. Ich erfülle mir da einen Traum. Ich tue, was ich liebe und kann dazu auch noch tanzen. Fantastisch! Für mich liegt das Besondere in den vielen Freiheiten, die mir die Zusammenarbeit bietet, stilistisch, musikalisch und tänzerisch gesehen.

Ein Beispiel: In meinem Klavierkabarett nutze ich die Begrenzung durch das Instrument. Bei Bettina spiele ich im Sitzen drei Instrumente gleichzeitig. Bei Swingende Notwendigkeit kann ich zum selben Lied mit meinen Backgroundsängerinnen Salsa tanzen.

EAL: Gibt es eines deiner Lieder, das dir in der Orchesterversion viel besser gefällt?

Klaviersdelikte - Bodo Wartke

Bodo Wartke: Da ist nun keines dabei, was mir nicht gefällt. Aber nimm zum Beispiel Architektur in Deutschland. Für mich war dieses Lied schon immer in seiner rhythmischen Motivik darauf angelegt, von einer Blaskapelle gespielt zu werden. David spricht immer so schön vom Polizeiorchester-Sound. Jetzt hab ich den und das Lied klingt so, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

EAL: Du gehst auch außerhalb der Bühne gern auf Swing-Veranstaltungen, generell spielt das Tanzen in deinen Liedern immer wieder eine Rolle, was bedeutet dir das Tanzen?

Bodo Wartke: Tanzen ist mein größtes Hobby, es bereichert mein Leben und Swing-Tanzen hat sich zu einer Leidenschaft entwickelt, der ich gerne nachgehe.

EAL: Wie kamst du zum Swing? Was ist das Besondere an dieser Musik?

Bodo Wartke: Swing ist Musik, die ich seit jeher mag, verspielt und unprätentiös, das gefällt mir besonders. Allerdings wusste ich lange gar nicht, dass es zu dieser Musik auch Tänze und eine ganze gelebte Kultur gibt.

Das war meine Entdeckung! Es geht darum, Spaß zu haben und gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Swing, Musik wie Tanz, das ist Lebensfreude für mich!

EAL: Im Oktober 2013 bist du an fünf aufeinanderfolgenden Abenden mit „Swingende Notwendigkeit“ im Berliner Admiralspalast aufgetreten. Wie war das für dich, hattest du Bedenken?

Bodo Wartke: Klar war ich aufgeregt, denn fünfmal den Admiralspalast füllen mit einem neuen Programm – da hatte ich schon Respekt vor der Größe des Raums.

Aber Bedenken hatte ich keine, also was die Show und das menschliche wie musikalische Miteinander betrifft. Wir waren zu dem Zeitpunkt ja schon durch Proben und zwei große Festivalauftritte aufeinander eingestimmt.

EAL: Es wird künftig noch weitere Auftritte mit dem CDO geben, auch außerhalb Berlins. Ist auch eine CD geplant?

Bodo Wartke: Ja, wir denken an eine Tour 2014 und 2015. Näheres dazu geben wir voraussichtlich Ende Januar auf meiner Homepage bekannt. Eine CD wird es definitiv geben, denn mein bewährtes Team hat im Admiralspalast an mehreren Tagen die Konzerte mitgeschnitten. Erscheinen wird die CD im Sommer.

EAL: Nach dem klassischen Klavierkabarett und dem König Ödipus das CDO – du bist für deine Experimentierfreude auf der Bühne bekannt. Gibt‘s schon weitere „Experimentideen“?

Bodo Wartke: Zum Glück gehen mir die Ideen nicht aus, aber die nächsten zwei, drei Jahre sind eigentlich schon belegt. Da sind die Klaviersdelikte, dann Swingende Notwendigkeit und König Ödipus, parallel dazu läuft die Entwicklung meines neuen Klavierkabarettprogramms und des zweiten Theaterstücks, der Antigone nach Sophokles. Ich denke, das alles unter einen Hut zu bekommen, könnte man als spannendes Experiment bezeichnen.

Alle Auftrittstermine  mit der Swingenden Notwendigkeit finden Sie hier

Zur Homepage: www.bodowartke.de

Fotos oben: (c) Nele Martensen

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. Januar 2014 von in 2014, Artikel & Interviews, Liedermacher, U-Z, Wartke, Bodo und getaggt mit , , , , , .
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