Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: 17 Hippies – Titus träumt

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von Sophie Weigand

‚Für Kinder 1-99‘ prangt auf der Rückseite der CD-Hülle. Obwohl das aktuellste Album der 17 Hippies also, rein oberflächlich betrachtet, für Kinder gedacht ist, darf und kann man sich in jedem Alter daran erfreuen. Die zwölfköpfige Combo aus Berlin ist seit 1995 musikalisch aktiv – und das weit über sämtliche Landesgrenzen hinaus. Sie vereinen Melodien verschiedenster Kulturkreise mit Texten in Deutsch, Französisch und Englisch. Auf ihren Reisen hat es sie schon nach Amerika, Mexiko, Budapest und Israel verschlagen. Ganz klar, dass sie auf der Rückfahrt immer Melodien im Gepäck haben, die die zwölf Musiker auf akustischen Instrumenten mit ihren Texten umsetzen. Mit den 17 Hippies reist man auch immer ein Stück um die Welt und hört, was man sonst womöglich nie vernommen hätte.

,Titus träumt‚ ist nun die musikalische Umsetzung einer Traumreise. Mit dem kurzen ,Titus schläft ein‚ beginnt das Album und entführt Kinder – sowie solche, die es geblieben sind – zu Frau Lamouche und ihrem Grammophon, traurigen Froschkönigen, quietschbunten Schweinen und Kamelen auf Motorrädern. Es sind Titus‘ vertonte Träume, die durch musikalische Vielfalt und eine gehörige Prise Humor zu beeindrucken wissen. Zwar kein Hörspiel im klassischen Sinne, entfaltet es ganz ähnliche Qualitäten. Man lauscht gebannt, wippt zur Musik und lässt sich entführen.

Auf der Basis bekannter Instrumentalstücke von älteren Alben haben die 17 Hippies ihre Traumreise konzipiert. Mit ,Titus wacht auf‚ endet das Album und verstärkt so den Eindruck, gerade eine ganz abenteuerliche Nacht verlebt zu haben, noch um ein Vielfaches. Das herrlich gestaltete Booklet zeigt nicht nur den lässigen sonnenbebrillten Titus, sondern all die Gestalten, denen er in seinen Träumen begegnet. In Farbe und ganz lebendig, dazwischen purzelt auch immer der Text umher. Allein das Booklet ist schon einen Blick wert. Wollte man, könnte man daraus ohne Umschweife ein ganz charmantes Bilderbuch machen.

Den 17 Hippies gelingt es mit ihrem Album für Kinder also nicht nur, herrlich fantasievolle Stücke mit mitreißender Musik zu verknüpfen, sondern ganz nebenbei Augen und Ohren für andere Kulturen, für ganz verschiedene Arten von Musik zu öffnen. Das ist für Jung und Alt eine Bereicherung, die in dieser Form für Kinder selten zu finden ist. Rolf Zuckowski mag ein Klassiker sein, die 17 Hippies aber bringen frischen Wind ins Kinderzimmer, der zwischen Rolfs Vogelhochzeit und Volker Rosins Kinderdisco auch ganz dringend gebraucht wird.

www.17hippies.de

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 25. Januar 2014 von in 2014, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , .
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