Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Heiniger trifft: dodo hug

„Gegensteuer muss man geben, Vielfalt statt Einfalt, keinen Einheitsbrei.“

Dodo

Foto: Volker Dübener, Schweiz

 

dodo hug „Vielsittich“ (digi tales live)

Ein Gespräch über Fähigkeiten, Schubladen sowie Chancen und Risiken eines breiten künstlerischen Spektrums.

„Sittich“, so lese ich im weltweiten Netz gerade, sei der umgangssprachliche Name langschwänziger Papageienarten. Papageien mit der Endung –sittich seien zoologisch nicht näher miteinander verwandt als andere Papageien. Eine vielseitige Spezies also, diese Sittiche. „Vielsittich“ heisst denn auch das neue Programm von dodo hug. Die konstante und gleichwohl immer wieder überraschende Schweizer Chanson-Künstlerin hat ihre Feder also wieder einmal gespitzt und stellt ein beschwingtes Wortspiel schon in den Titel ihres Programms. Was aber hat es damit wohl auf sich?

MH Willkommen dodo!

dodo Cher ami de la musique, danke für ein Plätzchen auf dem Lorbeerblättchen. Und danke, dass ich hier eine Plattform erhalte.

MH Hier auf der Basler Münsterfähre schaukelt es gerade etwas. Ein frischer Wind weht über die Wasseroberfläche. Bald werden wir ablegen. Das andere Ufer, das neue, ist schon in Sicht und scheint doch noch weit entfernt. Sag mal, dodo, weshalb wolltest du eigentlich gerade hier reden?

dodo Weil Wasser fliesst, wegen dem „Fährima“, dem etwas Mystisches anhaftet, was mir gefällt und wegen Basel überhaupt, hier wurde ich gezeugt, hier entstand 1994 das Bild der ersten dodo hug CD. Und dann liebe ich das Basler Publikum, weil die wunderbare Tradition der Schnitzelbänke es zum aufmerksamsten Kleinkunst- und Chanson-Publikum macht…

MH Hoffentlich fährt uns die Fähre tatsächlich über den Rhein und nicht über den Styx ins Reich der Schatten, so wie bei den Alten Griechen, obwohl der Fährmann hier ja gerade fast so kauzig aussieht wie der gute alte Charon. Apropos kauzig. Du beschäftigst dich ja gerade mit Sittichen. Was ist das eigentlich, ein „Vielsittich?“, und wie viele?

dodo Das ist eben weil ich so „vielsittich“ bin, das muss man beinahe hören, um es zu verstehen. Ich kam drauf, weil deutsche Frauen aus der Theaterszene mir immer wieder mit Schweizer Akzent zu verstehen gaben, dass ich sooo vielsittich sei (schweizerdeutsch villsiitig) also vielseitig, aber auch vielsaitig, was in meinem Fall ja auch stimmt, denn meine Begleitinstrumente sind Gitarren, Cuatro, Ukulele, Mandoline etc.
Und meine Mitmusiker meistens Gitarristen, Bassisten, Cellisten etc.

MH Hast du, abgesehen vom fantasieanregenden Wortspiel, eine Beziehung zu Sittichen, zu Wellensittichen etwa?

dodo Nein, ich mag Vögel zwar, habe aber gleichzeitig eine Phobie vor Geflügeltem, ganz im Gegensatz zu den (geflügelten) Wörtern.

„Heute spricht man oft von Musik oder Theater machen, dabei ist spielen doch viel schöner.“

MH Vielseitigkeit ist ja tatsächlich eines deiner Markenzeichen, das darf man wohl so sagen. Wie würdest du sie selber beschreiben, deine Vielseitigkeit auf der Bühne? Mit welchen Fähigkeiten und Fertigkeiten spielst du? Mit welchen Finessen?

dodo Schön, dass Du spielen sagst, heute spricht man oft eher von Musik oder Theater machen, dabei ist spielen doch viel schöner… Sängerin, Interpretin, Musikerin, Autorin, Komikerin, das Theatralische, die Licht- und Tontechnik, früher auch die Bewegung, der Tanz etc. – all das spielt eben auch mit rein. In Italien, Frankreich, ja sogar im englischen Sprachraum darf ein Musiker auch Witziges von sich geben, bei uns ist das irgendwie schizophren, entweder bist du MusikerIn oder KomikerIn, beides zugleich geht nicht, dabei sind im Leben Freude und Trauer oft gleichzeitig oder sehr nahe beieinander. Mich beflügeln Freude und Humor ebenso wie Melancholie. Ich würde sogar sagen, dass es meine Triebfedern sind. Vielsittichs Flugfedern sozusagen.

MH lauscht dodo und dem Rauschen des Rheins – die Fähre legt ab – fragt nichts.

dodo Eigentlich verstehe ich mich als Sängerin, Musikerin und Comedienne, aber da alle immer Labels und Brands möchten, um einen besser zu fassen, zu vermarkten, gab ich mir alle erdenkliche Mühe und nenne mich z.B. Chansonnière, musikalischer Vielsittich und Sprachakrobatin. Mein Sprach- und Musiktalent wurde mir in die Wiege gelegt, mein leiblicher Vater war Akkordeonist. Ich singe hauptsächlich in CH-Deutsch, Deutsch, Französisch, Italienisch und dessen Dialekten, Sardisch, Spanisch, Portugiesisch, Creole, Englisch aber auch in Jiddisch, Türkisch oder demnächst sogar ein Lied auf Hebräisch. Eigene Texte schreibe ich auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, lasse sie aber stets von Muttersprachlern durchsehen, damit auch nichts schiefgeht.

MH Ist der „Vielsittich“ nicht eigentlich auch eine gefährdete Art? Der Markt verlangt doch nach Schubladen, oder nicht?

dodo Der Markt, der Markt. Gegensteuer muss man geben, Vielfalt statt Einfalt, kein Einheitsbrei. Und ja, gefährdete Art, da die Medien nicht mehr mitmachen, nur noch die Masse bedienen und abkassieren, aber unterhalten wir uns doch über Erfreulicheres bitte…

MH Moment noch! Mir kommt spontan gerade Wilhelm Busch in den Sinn. War er nicht ein ambitionierter Maler? Erst mit der Reduktion auf seinen einfachen „Max-und-Moritz-Stil“ kam der Erfolg. Oder nehmen wir Emil Steinberger. Als junger Bühnenkünstler sang er doch durchaus auch ernsthafte Lieder. Seine EMIL-Figur war ja so eine Art Pausenfüller. Doch genau diesen EMIL wollten die Leute sehen. Und Emil gab nach. (Zum Glück.) Müssten wir solchen Beispielen nicht folgen?

dodo Das war immer schon eine Gratwanderung! Seit meinen Anfängen versuchte ich stets meinen eigenen Weg zu gehen und trotzdem zu gefallen. Bald schon erkannte ich, dass man einen Rahmen braucht um frei zu sein, man kann nicht einfach drauflos singen, die Lieder, die Texte, die Rhythmen geben den „Ton“ an. Und den Leuten gefiel stets, wenn ich sang, mit wem, wo und was ich auch sang, es gefiel, da hatte ich scheinbar eine gute Nase, von Anfang an. Natürlich kamen in den letzten Jahren die Medien- und Marketingleute, die Kulturmanager und sogar Leute aus den eigenen Reihen, die einen am liebsten in eine Schublade pressen wollten.

MH In deiner Vielseitigkeit bleibst du ein Konzert lang immer wieder überraschend. Welche Rückmeldungen nach den Konzerten bauen dich am meisten auf?

dodo Natürlich wenn Musiker drin waren, die einem was bedeuten und die dann kompetent ihre Eindrücke schildern. Oder auch einfach Liebeserklärungen von jungen und älteren Menschen, die wir mit unserem Gesang, unseren Interpretationen berührten.

MH Macht langjährige Bühnenerfahrung bescheiden?

dodo Das kann ich nicht beurteilen, aber Bescheidenheit & Demut sind Tugenden die ich anstrebe.

MH Wie hat sich dein Publikum verändert in den Jahren?

dodo Als ich begann, spielten wir für altersloses Publikum von 8-80 in unseren Vorstellungen. Heute verursacht die gesellschaftliche Entwicklung mit Absicht und viel Marketing Trennungen. Wahrscheinlich würde man uns gerne verpflichten, nur für Gleichaltrige zu spielen oder ähnliches. Kommen jüngere Leute z.B. mit ihren Eltern oder Kollegen zu uns in ein Konzert, sind sie meist positiv überrascht und wundern sich, dass wir in der jüngeren Szene nicht bekannter sind.

MH Du hast eine warme, bewegliche und ausdruckskräftige Stimme. Wie hast du sie entdeckt?

dodo Schon im Kindergarten war ich intonationssicher. Ich wurde schon früh dazu aufgefordert vorzusingen und zu jodeln.

MH Bist du quasi auf die Bühne gerutscht oder musstest du dir den Weg darauf erkämpfen?

dodo Zuerst waren da die Cafés, die Beiz, die Kneipe, das Beisl, wie sie in Oesterreich so schön sagen, dann sang ich auf der Strasse. Die Bühne, das war erst ein wenig später. Aber kämpfen wäre zu hart ausgedrückt, einfach dranbleiben, nicht aufgeben, das war’s, bis heute übrigens.

„Mit jeder Sprache, die du lernst, erwirbst du eine neue Seele.“

MH Was deine Vielsprachigkeit auf der Bühne betrifft, zitierst du gerne Tolstoi, dem gemäss jede Sprache eine eigene Seele besitzt. Lässt sich dieses Gefühl in Worte fassen? Wie unterscheiden sich deinem Empfinden nach ein französisches, ein italienisches und ein deutsches Chanson voneinander?

dodo Das kann ich nicht für alle beurteilen. Im Französischen fühle ich mich im Gespräch herausgefordert zu kontern, noch geistreicher zu sein, als mein Gegenüber. Im Italienischen bin ich lockerer, melodiöser, aber auch poetischer unterwegs. Im Deutschen will ich erklären, präzise sein, gradliniger. Und Englisch ist more sophisticated, wenn du weisst, wo ich hinaus will. Und das sind nur gerade mal vier Sprachen. Mit jeder Sprache die du lernst, erwirbst du eine neue Seele. Es sind ja nicht die Sprachen, die eine Seele besitzen, sondern die Leute, die sie hören und sprechen.

MH Hast du unter den Sprachen einen stillen Favoriten, einen, der sich vielleicht gerade aus deinem aktuellen Schaffen ergibt?

dodo Sardisch, die Muttersprache von Efisio Contini, meines langjährigen Bühnen- und Lebenspartners. Die Sarden sprechen ihre Ursprache leider immer weniger, aber sie ist hochmusikalisch, archaisch und sehr rhythmisch.

MH In welcher Sprache fluchst du, wenn es mal raus muss?

dodo Shit! (Neudeutsch, Anm: MH), Huere Siech! (Berndeutsch, Anm: MH), Merde (zweite Schweizer Landessprache, Anm: MH)!

MH In welcher Sprache träumst du?

dodo Manchmal erwache ich mit geheimnisvollen Silben auf den Lippen.

MH Welches deiner neuesten Lieder liegt dir im Moment gerade besonders am Herzen?

dodo Vielsittich, mein autobiographischer BlusRapWalzer, von dem es auch einen Image-Videoclip gibt.

MH Nicht zuletzt ist die dodo hug, der wir auf der Bühne begegnen, durchaus auch Körperlichkeit. Körperlichkeit mit Rundungen, wenn ich das hier so direkt illustrierend sagen darf. In Kombination mit deinem dir eigenen Schalk und Humor weckt das beim Publikum gerne auch die Erwartung lustig sein zu müssen, clownesk. Wie begegnest du dieser Erwartungshaltung?

dodo Ich bediene sie, ich ignoriere sie, ich setze ihr poetisch-geistreiche Inhalte, melancholische Melodiebögen und fetzige Rhythmen vor die Nase.

MH Als frühes Vorbild hattest du Caterina Valente, wie du mir einmal erzählt hast. Den Link zum Clown gibt es ja gerade auch bei ihr, war es doch in den frühen 1950ern nach einem Auftritt im Circus Grock, als sie ihren wohl grössten Karriereschritt machte. Was bedeutet sie dir? Und hast du selber auch einen Draht zum Circus?

dodo Caterina Valente war tatsächlich eines meiner grossen Vorbilder, ich konnte alle ihre Schlager mitsingen und imitierte auch die vielen Sprachen, in denen sie sang. Natürlich beeinflussten mich noch viele andere, aber sie war sicher eine der wichtigsten.

MH Und der Circus?

dodo Mit 18 besuchte ich Pantomime-Kurse (bei E.G. Boettger), in der Folge liess ich mich in Ballett, Jazz- und Steptanz ausbilden. Später studierte ich in Rom beim berühmten Roy Bosier, einem gehörlosen Schweizer mit schottischem Pass, der in Rom eine Theater- und Bewegungsschule leitete und schon mit Fellini, Strehler, Polanski & Sergio Leone gearbeitet hatte. Durch ihn fand ich dann auch zum Circus. Ich liess mich in Circustechniken wie Jonglage, Seillaufen, Akrobatik etc. ausbilden und war 1979 für acht Monate Sängerin, Komödiantin & Artistin bei „Peter Brogle’s Schaubude“ mit Renzo Ganz, Christoph Marthaler und vielen anderen.

MH Als du 1992 als „MAD DODO“ in Mainz den Deutschen Kleinkunstpreis erhieltest, warst du gerade auch in unserem grossen nördlichen Nachbarland erfolgreich unterwegs. Dann wurdest du wieder dodo hug. War es die Abkehr vom Produkt hin zur Person?

dodo Das von mir, dem Kontrabassisten Bruno Brandenberger und der Bretonischen Sängerin Dominique Brod ins Leben gerufene Ensemble
MAD DODO gab es von 1983-1993. Ich nannte mich selber nie MAD DODO, das waren die Medien, die das so darstellten. Als ich mit dem Ensemble den Deutschen Kleinkunstpreis erhielt, war ich, aus persönlichen Gründen, bereits am Auflösen der Formation. Ich sehnte mich zurück zur Musik, begann, eigene Songs zu schreiben und distanzierte mich vorübergehend auch von der Komik.

MH Deine vielleicht grössten Hits heissen „I ma nümm“ (Ich kann nicht mehr) oder „Dr Aetti“ (Der Vater). Bist du bereit, solche Lieder in deine neuen Programme erneut einzubauen, so wie etwa Udo Jürgens in seinen neueren Programmen auch immer wieder mal „Aber bitte mit Sahne“ singt oder Konstantin Wecker „Genug ist nicht genug“?

dodo Die letzten zwanzig Jahre wehrte ich mich als Künstlerin gegen das „Reduziert werden“ auf Songs wie “Dr Aetti“. Ich zitiere jeweils Bill Ramsey, dem es kaum je gelang, als hervorragender Jazzsänger, der er ist, in Deutschland Fuss zu fassen. Heute begehe ich eine Art „Flucht nach vorne“ und habe vor kurzem beschlossen, „Dr Aetti“ im Herbst in mein „Best of-Programm“ einzubauen, was sonst eher gegen mein Prinzip ist. Mal sehen, wie lange…

MH Immer wieder suchst du in deinen Liedern die Tiefe und schlägst auch kritische Töne an, etwa wenn du über Landarbeiterinnen und Landarbeiter singst und von ihrem Tod bei der Arbeit in Reisfeldern oder davon, wie Pinocchio sein Geld zwei Gaunern anvertraut, die es in der Erde vergraben, woraus ihrem Versprechen gemäss bald schon ein Geldbaum wachsen soll. Man hört zu und denkt zuerst: „Nette Geschichte“, schön gesungen. Zuletzt ist man betroffen, berührt. Wie kommst du zu solchen Liedtexten?

dodo Im rein italienischen Bühnenprogramm „SORRISO AMARO – Canti di lavoro e d’autore“ singen Efisio und ich Klage- und Protestlieder der Arbeiterinnen im Oberitalien des 20. Jahrhunderts aber auch Songs von den heutigen Cantautori. Durch die alten Lieder der Reisleserinnen und der Spinnereifabrikarbeiterinnen wurde ich vor 35 Jahren politisiert und lernte gleichzeitig Italienisch. Die neueren Songs sind teilweise Kompositionen von Efisio und andererseits Cover von diversen Cantautori. Wir planen demnächst eine Neuauflage unter dem Titel SORRISO CLANDESTINO, wo u.a. auch Lieder von Woody Guthrie oder Arbeiterlieder aus anderen Teilen der Welt Platz finden werden.

MH Du singst solche Lieder ohne erhobenen Zeigefinger, eher erzählend, illustrierend. Braucht es für dich Mut, solche Lieder zu singen?

dodo Nein, eigentlich nicht. Es ist uns wichtig keine Parolen oder plakative Sprüche zu interpretieren, im Gegenteil, wir orientieren uns stets an differenzierten Aussagen und Texten. Es ist eine Herausforderung, diese alten und neueren Lieder auch musikalisch interessant umzusetzen, zu arrangieren. Wir müssen künstlerisch auch nach ein paar Jahren noch dazu stehen können.

„Oft wünsche ich mir, Texte von begabten Autoren eher zu lesen als sie ungelenk vorgetragen zu bekommen.“

MH Du hast dich über die grosse Schar der Liedermacher, die mit ihren eigenen Texten heute auf die Bühne drängen und sich an ihrem Instrument selber begleiten, auch schon skeptisch geäussert. Worin siehst du das Problem oder die Gefahr, wenn einer mit seinen drei bis sieben Akkorden vors Publikum tritt?

dodo Es ist nicht jedem in die Wiege gelegt, gute eigene Texte zu schreiben und sie dann auch noch entsprechend gut zu interpretieren. Noch bis in die späten 70er Jahre gab es Liedtexter, Komponisten, Arrangeure und dann Interpreten, die dem Lied Ausdruck verliehen und es hörbar machten. Heute meint jeder, der was zu sagen hat, er könne es auch künstlerisch umsetzen, was leider eher selten der Fall ist. Gottseidank haben nicht alle für alles Talent. Oft wünsche ich mir, Texte von begabten Autoren eher zu lesen als sie ungelenk vorgetragen zu bekommen.

MH Gleichwohl unterrichtest du auch singende Menschen im Spiel der Begleitgitarre. Rätst du ihnen davon ab, mit eigenen Songs auf die Bühne zu treten? Oder anders gefragt: Ab welchem Punkt ermutigst du sie dazu?

dodo Leute, die meinen Unterricht besuchen, sind selten Profis. Sie lernen eher für den privaten Gebrauch. Manchmal sind es auch Kindergärtnerinnen, die sich das Gitarrenspiel und die Songs beibringen, um ihrerseits mit ihren Kindern zu singen. Ab und zu kommen auch junge Schauspieler zu mir, die sich auf ein bestimmtes Stück vorbereiten, bei dem sie singen.

MH Richten wir den Scheinwerfer an dieser Stelle auch noch auf Efisio Contini. Ihr zwei harmoniert bestens zusammen auf der Bühne, gerade auch, wenn ihr eure Songs beschleunigt oder verlangsamt. Welche Rolle spielt Efisio Contini bei der Entstehung eurer Nummern?

dodo Wir sind ein eingespieltes Team, da gibt es sowohl Lieder von mir als auch von ihm. Er schreibt Songs (ital.) für mich, vertont mal einen Text von mir oder wir schreiben die Lieder zu zweit, wählen zusammen aus und arrangieren gemeinsam mit unseren jeweiligen Bühnenmusikern. Dann habe ich auch ein paar AutorInnen, die für mich/für uns schreiben. Kate Northrop (Englisch), Christof Stählin, Leta Semadeni (Rumantsch), Linard Bardill (Rumantsch). Clara Moreau hilft mir bei den französischen Chansons etc.

MH Ist dein neues Programm „Vielsittich“ auch (wieder) etwas für deutsche Bühnen?

dodo Oh ja, denn ich sage stets, ich sei „Europakompatibel“, da ich nebst Deutsch und CH-Deutsch Lieder in vielen verschiedenen Sprachen singe, denen aber jeweils kurze, oft witzige Einführungen in der jeweiligen Landessprache vorangehen. Durch das grosse Sprachtalent, welches mir in die Wiege gelegt wurde, sind Lieder in anderen Sprachen und Weltmusik auch meine Spezialität.

MH Die Fähre hat längst angelegt und uns sicher über den Fluss gebracht, an neue Ufer. Der Fährmann lächelt und erweist sich als durchaus freundlicher Zeitgenosse. Steigen wir aus, bevor das Schiff wieder zurückfährt! Ich wünsche dir viel Mut, dodo, Freude und Erfolg für deine weitere Bühnentätigkeit mit humorvollen Liedern voller Spielwitz, Überraschungen und Tiefgang und sage dir ganz herzlichen Dank für dieses Interview!

dodo Der Dank und die Freude an diesen differenzierten Fragen (!) ist ganz meinerseits!


dodo hug – Mondtamburin

d o d o  h u g
Chansonnière, musikalischer Vielsittich und Sprachakrobatin, Singer/Songwriter

dodo hug (CH/I) ist ebenso einmalig wie vielsprachig. Seit 40 Jahren steht sie als Singer/Songwriter, Musikerin und Komikerin auf in- und ausländischen Bühnen. Anfangs mit Christoph Marthaler & Pepe Solbach, später mit MAD DODO (Musikkabarett), seit 1994 mit dem Sardischen Musiker Efisio Contini, der auch ihr Lebenspartner ist. Seit 2004 ist sie schweizerisch-italienische Doppelbürgerin. Ihre MitmusikerInnen stammen aus Europa, Süd- und Nordamerika. dodo hug spielte zahlreiche Theater-, TV- und Filmrollen, schrieb / komponierte unzählige Songs und zeichnet als Co-Produzentin ihrer zahlreichen Tonträger. Für ihr Schaffen erhielt sie 1985 den Salzburger Stier, 1992 den Deutschen Kleinkunstpreis. 2006 erschien das reich bebilderte Geschenk- und Werkbuch «madâme dodo – Die Chamäleondame» – Zu bestellen bei www.viamala-verlag.ch.

Gemeinsam mit ihrem langjährigen Bühnen- und Lebenspartner, dem Musiker, Sänger und Komponisten Efisio Contini, und weiteren Mitspielern ist sie zur Zeit mit JOKERWOMAN revisited in Kleintheatern, Clubs und Konzertsälen unterwegs. Aber auch mit dem rein italienischen Duoprogramm SORRISO AMARO – Canti di lavoro e d’autore (alte und neue Arbeiterlieder).

Première der neuen Vielsittich – digi tales – live Tour am 25. Okt. 2014 im Zürcher Kaufleuten.

Bild und Ton über dodo hug finden Sie auch unter:

http://www.youtube.com/watch?v=N0kqaEVDSzs
http://www.art-tv.ch/6484-0-dodo-hug–efisio-contini-i-sorriso-amaro.html
https://itunes.apple.com/ch/artist/dodo-hug/id60419400
http://www.facebook.com/dodohugcontini

weitere Daten und Infos
www.dodohug.ch

Ein Kommentar zu “Heiniger trifft: dodo hug

  1. Silke Aydin
    8. Mai 2014

    „Mit jeder Sprache, die du lernst, erwirbst du eine neue Seele.“

    Die Aussage gefällt mir!! – Sprachen sind was Tolles… und sie können manche Türe öffnen.

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