Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Caroline du Bled und Scorbüt – Live im Thalia

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Die aktuellen Songs von Scorbüt – und viele weitere Neuerscheinungen und Klassiker – hören Sie im Herbstgewitter, unserer Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. Zum EAL-Radio HIER entlang.

von Simon-Dominik Otte

Ein Live-Mitschnitt aus dem Nachtasyl über dem Thalia-Theater, dort also, wo man momentan nur mit Badesachen Einlass findet, weil man sonst wohl zerfließen würde. Dieses Album jedoch entstand im November des vergangenen Jahres, wo die Temperaturen sicherlich deutlich erträglicher waren.

Caroline du Bled schafft es allein schon durch ihren französischen Akzent, bestimmt einige Hörer auf ihre Seite zu ziehen. Für mich verliert dadurch beispielsweise eine Bert Brecht-Adaption doch einiges von ihrer Aussage. Während die französischen Coverversionen jedoch deutlich besser zu ihr und ihrer Muttersprache passen und in ihnen keinerlei Reibungsverluste erkennbar sind.

Die Band im Hintergrund bleibt zumeist genau da: im Hintergrund. Zeitweise mischen sich ein paar Seemannsstimmen in den Vortrag ein und machen ihn dadurch allemal interessanter und abwechslungsreicher. Besonders tritt dieser Effekt bei „Ein Schiff wird kommen“ zutage. Oftmals ist leider die Cajón zu sehr im Vordergrund und die anderen Instrumente treten dadurch zu sehr zurück und verlieren an Ausdrucksstärke. Dennoch ist der Sound für eine Liveaufnahme absolut in Ordnung.

Kennt man die Amanda Palmer-Version der „Seeräuber Jenny“ (das hier unter einem anderen Titel firmiert), ist man von der Scorbüt-Version dann doch etwas enttäuscht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn selbiges halten die Musiker insgesamt während des gesamten Konzertes. Gut gespielter, chansonesker Folk mit einer guten Auswahl bekannter Lieder aus berühmten Federn. Auch die Zwischenansagen sorgen nicht nur beim während des Konzertes anwesenden Publikum für Amüsement.

Für jeden dürfte hier etwas dabei sein, ob nun Fan von Brecht/Weill, Jacques Brel oder auch Serge Gainsbourg. Die Interpretationen dieser altbekannten Nummern wirken durch Scorbüt sehr frisch, eigen und mit neuem Leben erfüllt.

„Live im Thalia-Theater“ ist eine CD, die Fans der Band, aber auch solche der Liedermacher- und Folkszene in ihren Bann ziehen dürfte, über kleinere Schwächen lässt sich da durchaus hinwegsehen.

www.scorbuet.com

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