Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

28 Jahre Songs an einem Sommerabend – Banz 2014

Es_ist_an_der_Zeit_Doris_Ortlieb

Ein  Konzertbericht von Markus Brendel

Der Empfang auf dem Konzertgelände nach langer Anreise  war schon fast wie ein Nach-Hause-kommen. Liebevoll begrüßt von einer netten Dame auf der Bühne, die die Ankommenden dirigierte, ihnen Plätze zuwies oder vermittelte und dafür sorgte, dass jeder einen Platz fand auf der Wiese vor der Bühne. Das Ganze mit viel Humor und Fränkischer Mundart. Trotzdem fanden leider viele Besucher nur Plätze mit schlechter Sicht auf die Bühne.

Nach kurzer Ansprache von Ado Schlier, dem unermüdlichen Organisator der Songs seit 1987, und einigen anderen Rednern begann das Konzert der diesjährigen Preisträger der Hanns-Seidel-Stiftung.

Den Anfang machte Desiree Klaeukens mit ihrer Band und dem Lied „Warm in meinem Herz“. Mit dieser wunderbaren Liebesballade und den folgenden Liedern „Züge“ und „Fallen“ eröffnete sie einen wunderbaren Konzertabend.

Es folgte der Kabarettist Martin Zingsheim mit einigen Songs, von denen mich vor allem das Stück „ Tandaradei“ sehr beeindruckte, da es mich gedanklich direkt auf einen Mittelaltermarkt katapultierte. Mit dem Song „Ich hab´mein Herz an dich verliert“ brachte er im Publikum anwesende Deutschlehrer vermutlich an den Rand der Verzweiflung, aber die Menge zum Lachen.

Im Anschluss trat Cynthia Nickschas mit ihrer Band auf, deren CD „Kopfregal“ bei Konstantin Weckers Label „Sturm & Klang“ verlegt wurde. Hier ging es rockig-rotzig-frech-frisch zur Sache und wir wurden mit „Positiv denken“ dazu animiert nicht immer alles zu ernst und eng zu sehen. Anschließend kam das rockige „Gold glänzt nicht“ und mit „Tanz“ ein Rezept, um die Falten loszuwerden.

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Den Abschluss der Preisträger machte das Duo Simon & Jan, die in unnachahmlicher Weise das Leben des kleinen „Wolfgang“ (Amadeus Mozart) beschrieben. Mit ihrem Lied „Geld“ machen sie deutlich, was sie empfinden, wenn bekannte Schauspieler für Fast-Food-Ketten Werbung machen. In der großartigen Nummer „Die Erde dreht sich“ zeigten sie, dass sie nicht nur exzellente Gitarristen sind und gute Texte mit viel Wortwitz schreiben, sondern auch ihre Loop-Maschine überaus gekonnt einsetzen.

Im Nachklang kann man nur wünschen, dass sich diese „Neuen“ mit ihrem Schaffen etablieren können und wir hoffentlich noch viel mehr von ihnen zu hören bekommen.

Nun begann der Hauptteil des Abends:

Wolfgang Stute eröffnete dieses Konzert auf der Schlitztrommel und anschließend an der Gitarre mit einem hinreißenden Flamenco – beides meisterlich.

Nun kam Matthias Brodowy, der den Abend moderierte und nun sein „KlosterBanzLied“ zum Besten gab.

Den folgenden Teil des Abends übernahm Klaus Hoffmann mit seiner Band, der schon zum siebten Male bei den Songs mitwirkte. Er sang „Berliner Sonntag“, „Wenn Du´s hier schaffst“ und seinen Evergreen „Amsterdam“, wieder einmal in einem neuen Gewand und verschwand leider viel zu schnell von der Bühne.

Dominik Plangger, der bereits zum fünften Mal auf der Banzer Songbühne stand, war früher selbst einmal Preisträger der Hanns-Seidel-Stiftung. Er war extra für dieses Event von seiner Südtiroler Alm herabgestiegen um das Banzer Publikum zu verwöhnen, was ihm allerfeinstens gelang.

Ihm folgte Bodo Wartke, der die Songs an einem Sommerabend von 2006 bis 2011 moderierte. Er wurde mit sehr großem Applaus begrüßt und überzeugte auch gleich mit einer Ode an seine Tanzlehrerin „Konstanze“. Es folgten die Frühlingsgefühle mit seiner Bühnenpartnerin Melanie Haupt, mit der er anschließend auch seine grandiose Nummer  „Quand meme je t’aime“ intonierte, wobei der Flügel dieses Mal hoffentlich keinen Schaden nahm!

Reinhard_Mey_Banz2014_Doris OrtliebVor der Pause erschien nun Reinhard Mey, der von seinem langjährigen Freund und Weggefährten Manfred Leuchter (Akkordeon) und von Chris Burgmann (Gitarre) begleitet wurde. Mey sang nicht nur vom „Alten Freund“ Wein und vom „Spielmann“ – mit seinem Lied „Viertel vor sieben“ und dem „Kleinen Mädchen“ trieb er dem einen oder anderen Zuhörer die Tränen ins Auge. Zum Schluss sang er noch das Lied „Schutzengerl“ von seinem Freund Ludwig Hirsch – die beiden letzten Lieder begleitet von Manfred Leuchter am Klavier.

Nach der Pause begeisterte Matthias Brodowy mit einigen eigenen Liedern, unter anderem “Ich glaube, ich werde Politiker“. Wie schön, dass trotz der Zusammenarbeit mit der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung bei den Songs auch andere politische Meinungen klar geäußert werden.

Ihm folgte Anna Depenbusch, die solo am Klavier auftrat und das Publikum u.a. mit ihrem Liebeswirrenstück „Tim liebt Tina“ zum Lachen aber auch zum Nachdenken brachte.

Pünktlich mit dem Auftritt von Hannes Wader endete dann die (offiziell geplante) Spielzeit des Abends, es war 23:30 Uhr, was aber niemanden störte. Zum siebten Male auf der Klosterbühne begeisterte Wader auch in diesem Jahr alle Zuhörer. Er spielte u.a. „Schon Morgen“, eine immer wieder neu aktualisierte Fassung des Liedes „Trotz Alledem“, und zum Schluss noch ein von ihm vertontes Gedicht Manfred Hausins: “Dass wir so lang leben dürfen“.

Als letzter kam nun Konstantin Wecker mit seiner Band, der eine Power auf die Bühne brachte, als wäre er der erste und brachte mit seinen Stücken „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“, „Sage Nein“ und „Wut und Zärtlichkeit“ das Publikum zum Träumen, Singen und Tanzen.

Vor dem großen Finale sangen dann noch Konstantin Wecker, Reinhard Mey und Hannes Wader gemeinsam Hannes Waders „Es ist an der Zeit“ – begleitet vom Publikum, das lautstark mitsang.

Abschließend sangen dann ALLE noch den Mey´schen Evergreen „Gute Nacht, Freunde“ und ein großer Abend war leider schon zu Ende!

Ich hoffe auf ein Wiedersehn im nächsten Jahr!

Das Ein Achtel Lorbeerblatt dankt  Doris Ortlieb herzlich für die zur Verfügung gestellten Fotos!

Ein Kommentar zu “28 Jahre Songs an einem Sommerabend – Banz 2014

  1. Querbeet
    21. April 2015

    Hat dies auf hanneswaderundalldieanderen rebloggt und kommentierte:
    Um es nicht zu vergessen meine lieben Favoriten

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