Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Rezension: Klara – Alles wird KLARA

Alles wird Klara

Die aktuellen Songs von Klara – und viele weitere Neuerscheinungen und Klassiker – hören Sie im Herbstgewitter, unserer Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. Zum EAL-Radio HIER entlang.

von Sophie Weigand

Irgendwie mondän, scharfzüngig und elegant – das sind nur einige Worte, die einem einfallen, wenn man in ,Alles wird KLARA‘ einzutauchen beginnt. Klara, die eigentlich Birgit Schlenther heißt, und ihre Pianistin wie Co-Songschreiberin Margita Linde präsentieren mit diesem Album klassische Chansons, die alles haben, was man gemeinhin an ihnen schätzt. Die Prise Bösartigkeit, großes Gefühl, die ein oder andere melancholische Schwerfälligkeit und ein Augenzwinkern. So muss es sein.

Ob es dabei nun um das sonntägliche Tatortritual auf der heimischen Couch geht wie in ,Sonntags im Einsatz‘ oder um gesellschaftlich erwünschte Idealzustände wie in ,Geschmackswächter‘, Klara ist authentisch. Und sie singt von authentischem Leben. Davon, wie man zu sein hat und davon, wie man sich dem widersetzen kann. Sie deckt alltägliche Absurditäten auf und sagt eigentlich: Muss doch nicht sein. Das ist wohltuend frisch und ein Rettungsanker in einem Meer aus Vorschriften und Regelungen. Es ist die kleine musikalische Hintertür der Unvernunft.

Aber auch die klassischen Liedeslieder finden Platz auf ,Alles wird KLARA‘. ,Alles Liebe‘ ist so eines, das sich erfolgreich der Aufgabe annimmt, für die Liebe nicht nur Töne, sondern auch Worte zu finden. Schwer genug, wie wir alle wissen. Klara gelingt das mit einer bewundernswerten Leichtigkeit. ,Liebe dein Leben‘ besingt eine andere Form der Liebe, es ist das ,Carpe diem‘ der Platte, etwas einseitig vielleicht, etwas verklärt. Aber auch solche Lieder braucht es, wenn man nicht mehr so recht daran glauben mag, dass das Leben, so im Großen und Ganzen, eine recht schöne Sache sein kann.

,Alles wird KLARA‘ ist musikalisch vielseitig, verbindet das klassische Chanson mit Pop und Jazz-Elementen und schafft wunderschöne Melodien. Insgesamt ist es ein ruhiges Album, so unaufgeregt und entspannt, dass das ansteckend sein muss. ,Sein lassen‘ ist vielleicht das tonangebende Stück dieser Platte. Sich nicht verdrehen und verändern lassen, nicht den Massen in eine Richtung hinterherhetzen, die nicht die eigene ist. Sich bewusst werden, was man will und wer man ist. Leben, mit allen Facetten und ungeplanten Abzweigungen. Eben einfach sein lassen. Es ist das chansongewordene „Let it be“.

So etwas hört man gern – und in Bälde hoffentlich nicht nur im Kölner Raum, woher Klara ursprünglich stammt, sondern auch über dessen Grenzen hinaus. Denn es kann nicht schaden, wenn uns wieder einige Dinge mit Klara klarer werden. Lebensnahe Klavierchansons, die Eindruck hinterlassen.

www.das-ist-klara.de

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