Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Doppelrezension: Götz Widmann & Billy Rückwärts – Wanderzirkus / Götz Widmann – Bärndütsch

Die aktuellen Songs von Götz Widmann und Billy Rückwärts – und viele weitere Neuerscheinungen und Klassiker – hören Sie im Herbstgewitter, unserer Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. Zum EAL-Radio HIER entlang.

Von Arno Wilhelm

wanderzirkusGötz Widmann feierte unlängst sein 20jähriges Bühnenjubiläum und auf der Tour zu diesem Anlass hat er sich einen Wunsch erfüllt: Einmal mit Band auf der Bühne zu touren und die Songs zu spielen. Das Album zur Tour erscheint in zwei Teilen, die „Wanderzirkus“ und „Bärndütsch“ heißen. Die beiden Platten geben einen schönen und angenehm ausgewogenen Überblick über die Zeit von Joint Venture, der Band die Götz mit Martin Simon, genannt Kleinti, hatte, und seine Jahre als Solomusiker nach Kleintis Tod. Die zusätzliche Instrumentierung ist dabei immer stimmig, wenn auch manchmal im ersten Moment unerwartet für den, der die Lieder bereits kennt. Manche, beispielsweise „Ich brauch Personal“, klingen berndeutschdabei sehr nah an den Originalaufnahmen, bei vielen anderen sind neue Klänge dazugekommen. An „neuen“ Songs enthält „Wanderzirkus“ das erste je von Götz Widmann geschriebene Lied namens „Roma“, wie er in seiner Ansage dazu erklärt. „Bärndütsch“ ergänzt bekannte Titel um den neuen, gleichnamigen Song, in dem Götz in Schweizer Dialekt von seiner Emigration ins deutschsprachige Ausland erzählt. Somit sind die beiden neuen LIeder also der erste und der derzeit letzte Song von Götz Widmann. Es ist nur zu hoffen, dass es nicht dabei bleibt.

Erstaunlich ist, wie gut auf den Alben neue, ältere und ganz alte Stücke nebeneinander (oder vielmehr nacheinander) funktionieren. Nach 20 Jahren auf der Bühne dürfte das für Musiker der Traum schlechthin sein, gleichermaßen Klassiker und neue Werke spielen zu können und mit beiden das Publikum zu begeistern. Die Alben enthalten stets lautstark gefeierte Publikumslieblinge wie „Hank“, „Eduard der Haschischhund“ und „Die Zaubersteuer“, gleichzeitig ist auch Raum für ruhige, nachdenkliche Songs wie „Die zwei Trauben“ oder „Das Kornfeld und der Wind“.

Zwischen den Liedern gibt es immer wieder die für Götz typischen, unterhaltsamen Ansagen mit kleinen Anekdoten und Ergänzungen zu den Songs, was die beiden Alben zu einem angenehmen Konzerterlebnis zum Mitnehmen werden lässt.

Wer mit dem gesamten Joint Venture- und Götz Widmann-Repertoire innig vertraut ist, wird auf den beiden Alben, von der erweiterten und ausgefeilten Musik abgesehen, wenig Neues zu hören kriegen, aber gerade für Neulinge, bei Bildungslücken in der einen oder anderen Richtung, oder für alle, denen die Wartezeit zum nächsten Götz Widmann-Konzert zu lang oder der Weg dorthin zu weit ist, ist die CD wärmstens zu empfehlen.

Mehr von Götz Widmann:

www.goetzwidmann.de

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