Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Schmidbauer Kälberer – Wo bleibt die Musik?

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Die aktuellen Songs von Schmidbauer Kälberer – und viele weitere Neuerscheinungen und Klassiker – hören Sie im Herbstgewitter, unserer Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. Zum EAL-Radio HIER entlang.

von Silke Aydin

Wo bleibt die Musik? – Hier spielt die Musik!

Die neue CD von Werner Schmidbauer und Martin Kälberer ist ein Weltmusik-Album geworden. Internationale Klänge wie amerikanischer Folk, orientalische Melodien, afrikanische und asiatische Töne zeichnen die Lieder aus. Dabei laden viele Songs zum spontanen Mitmachen ein, sind tanzbare rhythmische Nummern, die von vielen verschiedenen Instrumenten getragen werden.

Inspiriert durch eine Reise nach Istanbul haben Schmidbauer und Kälberer ein sehr persönliches Album geschaffen. Eigentlich erschöpft von der „Süden-Tour“ zum Bosporus aufgebrochen… – kam Werner Schmidbauer bereits mit den ersten Kompositionsfragmenten heim. Die Straßenmusik der Metropole hatte ihm neue Kraft verliehen, ihn seine Spielfreude neu entecken lassen und zu neuartigen Liedern inspiriert.

Diese Stimmung spiegelt sich dann auch in „Istanbul“ wider. Der Muezzin-Ruf zu Beginn verstärkt die orientalische Atmosphäre; der Hörer spürt das rege Treiben der Straßen, die positive Heiterkeit und Energie des Landes. „Wo bleibt die Musik?“ – in Istanbul. Dort hat Schmidbauer sie gefunden; er würde sie aber ebenso gerne auf deutschen Straßen begrüßen!

Einem anderen Thema widmen sich „Lass uns feiern“ und auch „Bei dir“. Lang hat er gemeint, er schreibe bestimmt kein Lied mehr über das Zusammenleben mit der Lebenspartnerin… nun hat er es aber doch getan: und es liest/hört sich wie ein Erfolgsrezept für ein dauerhaftes, harmonisches Zusammenleben in der Partnerschaft. „Dem anderen Freiräume lassen“ scheint hier das Erfolgsgeheimnis zu sein.

„Aufgebn werd am Schluss“ und „Lacha und Lebn“ erzählen augenzwinkernd vom Älterwerden, dass man ja leider nicht mehr so aktiv und attraktiv wie früher ist, sich aber dennoch aufraffen und weitermachen soll anstatt zu jammern.

Der „Hangxang“ ist bis auf den Chorgesang im Hintergrund rein instrumental. Tragende Klänge des Hang [eine Form der Steel Pan oder – umgangssprachlich – Steel Drum] schaffen eine mystische Stimmung, zu der sich immer mehr Instrumente gesellen und am Ende schon fast Richtung Klezmer gehen.

„Verona“ – hier besingt Werner Schmidbauer das Abschlusskonzert der Süden-Tour im August 2013 in der Arena di Verona. Bei dieser Tour traten die Musiker gemeinsam mit dem italienischen Cantautore Pippo Pollina auf. Besonders erinnert das Lied an die starke Freundschaft, die die drei Künstler verband und bis heute verbindet. Die Melancholie aufgrund der Unwiederbringlichkeit dieser Zeit, der Monate der Tour, wird deutlich spürbar.

Eine sehr treffende Hommage an Nelson Mandela rundet die Themen der CD ab. In „Mandela“ unterstützt Claudia Koreck den Gesang. „Kwa heri, kwa heri Mandela. Salama, Mandela. Asante mzee!“ Ins Hochdeutsche übersetzt: „Auf Wiedersehen, Mandela. Ruhe in Frieden, Mandela. Danke Mzee [Anrede für einen älteren Herrn…] !

Schön, dass Künstler sich die Zeit nehmen und Nelson Mandela ein Lied widmen. Er hat es wahrlich verdient!

Und dieses Album hat es verdient, gehört zu werden! Oder, wie das letzte Lied schon sagt: „Ois is guat.“

www.wernerschmidbauer.de
www.martinkaelberer.com

 

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