Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Matze Rossi – Und jetzt Licht, bitte!!!

und_jetzt_licht_bitte

von Simon-Dominik Otte

Ach ja, Matze Rossi. Gefühlt ständig unterwegs und mit ständig neuen Songs. Auf „Und jetzt Licht, bitte!“ nun versammelt er einige bereits von seinen letzten EPs bekannte Songs („Als hätten sie mich nie besiegt“ etc.) um einige neue herum und trifft mit dieser Mischung wieder einmal genau ins Herz und ins Hirn des geneigten Hörers. Der ehemalige Tagtraum-Sänger überzeugt erneut mit griffigen, aus dem Leben herausgeschriebenen Texten, die er gekonnt mit zarten Gitarrenklängen zu untermalen versteht, die es durchaus auch einmal in schrammeligen Punktage zurückversetzt. „Du kannst alles, was du willst“. Eben. Was Matze Rossi immer noch so traumwandlerisch sicher kann, ist Texte schreiben. Egal, ob es um die Mühlen der Zeit und die damit zusammenhängenden Gedanken wie in „Komm, wir bauen uns was auf“ oder um die Abgeklärtheit und Offenheit des nicht mehr ganz so jungen Lebens geht wie in „Ich zweifel, also bin ich“. „Am Ende wird es gut ausgehen – oder eben nicht.“ Eben.

Matze Rossi hat mit „Und jetzt Licht, bitte!“ erneut ein kleines Kunst-, ja Meisterwerk der auf das Notwendige reduzierten Singer/Songwriter-Musik geschaffen, das in jedes gut sortierte CD-Regal gehört, oder zumindest auf jedes Abspielmedium, das etwas auf sich hält. Er ist und bleibt ein Beobachter des Lebens, dem es gelingt, Sätze zu schreiben, die sofort auf der eigenen Zitateliste landen, weil sie genau das wiedergeben, was man eigentlich ständig denkt oder eigentlich auch weiß, nur gelingt es einem selbst so selten, dies dann auch in Worte zu fassen. Beispiel? Gern: „Und alles das, wonach du dich sehnst / findest du in dir drin, weil du es immer schon in dir trägst.“

Und jetzt Licht, bitte!“ ist das nächste Album, das den Hörer die kommenden Jahre begleiten wird, weil es eines ist, das für jede Stimmung und jedes Gefühl den passenden Song bietet. Nur über das Wetter wird er halt nicht singen, es gibt so viel wichtigere Dinge in diesem, unserem Leben. Weinen, lachen, denken. All das geht etwas leichter mit Matze Rossi im Ohr. Und wenn er dann den Pixies huldigt im wunderschönen „Warum aus mir und meinen Freunden nichts mehr werden kann“, dann ist der Moment erreicht, wo man diesen Herren endgültig in sein Herz geschlossen hat. Spätestens dann. Denn die Wunder „verbergen sich in den einfachen Dingen.“ Eben.

 www.senorematzerossi.de

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