Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Bodo Wartke & das Capital Dance Orchestra – Swingende Notwendigkeit

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Die aktuellen Songs von Bodo Wartke – und viele weitere Neuerscheinungen und Klassiker – hören Sie im Herbstgewitter, unserer Radiosendung rund um Liedermacher & Chansonniers. Zum EAL-Radio HIER entlang.

von Sophie Weigand

Wer an Bodo Wartke denkt, der sieht den reim- und sprachgewandten Alleskönner meistens vor seinem inneren Auge am Flügel sitzen, allein auf weiter Bühne. Hin und wieder bittet er zwar befreundete Gastmusiker zu sich ins Scheinwerferlicht, richtig voll aber wird es dort nicht. (Ein unbeabsichtigter Reim!) Diesmal jedoch holt Bodo Wartke sich gar ein ganzes Orchester auf die Bühne, ,The Capital Dance Orchestra‚ unter der Leitung von David Canisius. Außerdem zwei charmante Backgroundsängerinnen in Gestalt von Lucy Flournoy und Anita Hopt. Und elementar: Er holt den Swing. Aus sich und seiner Musik. ,Swingende Notwendigkeit‚ versteht sich als eine Art Querschnitt durch Wartkes Schaffen, der Lieder aus allen bisherigen Programmen musikalisch neu in Szene setzt. Aufgenommen im Berliner Admiralspalast zeigt dieses Doppelalbum eine ganz neue Nuance von Bodo Wartke.

Es war schon lange sein Traum, mit einem Orchester aufzutreten und als passionierter Swingtänzer liegt Bodo Wartke diese energiegeladene und lebensfrohe Musik gewissermaßen im Blut. Auch wenn man die überraschenden Tanzeinlagen hier und da auf der Doppel-CD freilich nicht hören kann, ist man herzlich eingeladen, selbst das Tanzbein zu schwingen. In steigenden Schwierigkeitsstufen meistert das Orchester die verschiedensten Songs – und Stilrichtungen. Ein bisschen Reggae an dreierlei Tango, über Gospel und zurück zum Swing.

Neben bekannten Klassikern wie ,Ich trau mich nicht‚, ,Ja, Schatz‚ oder ,Meine neue Freundin‚ fanden auch Stücke von Wartkes letztem Programm ,Klaviersdelikte‘ Eingang in die swingende Notwendigkeit. Mit ,Avec plaisir‚ und ,Swingende Notwendigkeit‚, den zwei eigens für den Abend komponierten Liedern, kann man gar Neues entdecken. So manch ein Lied gewinnt sogar unversehens an Tiefe und Fülle; besonders auffällig bei ,Architektur in Deutschland‘, das von Anfang an den Marsch verdient hätte, den es nun bravourös vom Orchester geblasen bekommt. Ganz abgesehen von ,Believe in Steve‚ das in orchestralem Gewand gleich doppelt so heilig daherkommt. Waren Bodo Wartkes Programme bisher eher solche, die man zwar gebannt, infolgedessen aber auch eher unbeweglich verfolgte, lädt ,Swingende Notwendigkeit‚ zu Bewegung ein.

Tatsächlich finden sich aber auch die leiseren Stücke auf der Platte wieder. ,Claudia‚, ,Dein Duft‚, ,90 Grad‚, auch sie erhalten durch die ganz andere Instrumentierung eine besondere Note. Wartkes Lieder sind wandlungsfähig, das jedenfalls stellt ,Swingende Notwendigkeit‚ brilliant unter Beweis. Und so gerät dieses Album, das es im Übrigen nicht nur in CD-Form gibt, sondern in Bälde auch im guten alten Vinyl geben wird, zu einem Best Of, das man immer wieder anhören kann. Wegen seiner mitreißenden Energie, seiner spürbaren Leidenschaft, seiner Begeisterung, die ansteckend ist, auch wenn man die meisten Lieder schon kennt. Man lernt sie anders kennen. Da ist es doch mit den Liedern wie mit den Menschen: Man kann glauben, sie zu kennen, aus einem anderen Blickwinkel sehen wir manches Mal ganz unbekannte Dinge!

Alle Tourdaten und mehr finden Sie unter: www.swingende-notwendigkeit.de

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