Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Abgehört: Falk – MAMA

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Zehn Ohren, fünf Meinungen – in unserer Reihe „Abgehört“ geben wir fünf versierten Liedermacherfreunden eine aktuelle CD zum emsigen Durchhören. Und mit der Bitte um einen Kurzkommentar sowie eine Bepunktung von 1 bis 10, aus der sich schließlich der „Endwert“ berechnet.

Den Anfang macht heute der junge Berliner Liedermacher Falk mit seinem Album „Mama“

Vorab selbst reinhören in „Mama“

Bewertungen für Falk – „Mama“

David Wonschewski (Schriftsteller): Genau mein Ding, er hat die Melodien und diese sanfte Einsicht, die mich dazu bringt ihm zu glauben, zu vertrauen. „Fehler“ ist ein Song, der das Zeug zum Klassiker hat. Dass er zynisch und sarkastisch ist, dabei gerne mal den Bogen überspannt, aber eben nie „Jenseits der Realität“ macht ihn umso erfrischender. Die Höchstwertung bekommt er nur deswegen nicht, weil man bei mir dafür Wiederholungstäter sein muss, sein Können also auf einer zweiten CD bestätigt haben sollte. So ist es also nur die Höchstwertung für Ohr-Debütanten geworden. / 9 Punkte

Silke Aydin (Lektorin): Beim Opener „Mama“ war ich noch guter Dinge – was dann folgte, enttäuschte meine Erwartungen. Seine Stimme wirkt auf mich kühl und zu laut. Das Lied „Fehler“ – inhaltlich einer der wenigen Lichtblicke – verkommt dadurch spätestens beim zweiten Anhören zur nervtötenden Leier. Danke, dies Album muss ich nicht wieder hören! / 2 Punkte

Sophie Weigand (Redakteurin): Gefühlvolle, melodische Stücke und pechschwarze Welteinsichten sind hier im Engtanz miteinander verbunden, kein Album für Optimisten und manches Mal auch eine Prise Zynismus zu viel. Das muss man verkraften wollen und können. / 7 Punkte

Matthias Binner (Musiker): Dass Falk über einen erfreulich fundierten Wortschatz und eine variantenreiche Syntax verfügt, hört man – dass er darüber hinaus jung und lernwillig ist, hofft man, denn die Diskrepanz zwischen dem handwerklich Möglichen und dem inhaltlich Gelieferten deprimiert. Trotz aller sprachlichen Möglichkeiten gelingt es ihm in 18 Songs nicht ein einziges Mal, dem Hörer eine positive, sinnstiftende, mutmachende, belebende Emotion zu vermitteln. Stattdessen fordert er eine – hoffentlich und ziemlich wahrscheinlich – fiktive Geliebte auf, doch bitte zu akzeptieren, dass „Deine Schwester“ im Bett einfach mehr drauf habe. Soll das lustig sein? Provokant? Krass? Offenbar alles so´n bisschen, getreu des eigenen Mottos aus „Vor mich hin“: „Und jetzt singe ich hier vor mich hin / ohne jedwede Botschaft darin, / ohne jedweden größeren Sinn, / einfach so, einfach nur vor mich hin“ oder des Schlusswortes der Platte: „Ich hab wohl nie verstanden / worum es wirklich geht.“ („Ich wollt noch so viel sagen“). / 4 Punkte

Denise Anstatt (EAL-Leserin): Gut, das Album ist der Erlangung eines sonnigen Gemüts tatsächlich nicht förderlich, will es auch gar nicht – „..und nu hab ich gute Laune – was soll das?“ (aus „Vor mich hin“). Im Gegenteil, Falk nimmt unverbesserliche Optimisten ganz schön auf die Schippe, z.B. in „k.u.k.“. War ich anfangs noch überrascht über den ausgeprägten und vor allem dauerhaft massiven Zynismus, fand ich langsam aber sicher Gefallen an der Art, wie Falk ohne mit der Wimper zu zucken, tiefschwarze Lebensansichten preisgibt, teilweise etwas überzogen, jedoch auf eine befreiend ehrliche Art, die mir gefällt. Die Melodien sind nicht spektakulär, sondern schön einfach und haben teilweise, wie in „Fehler“, das Zeug zum echten Ohrwurm. Mein Daumen für „Mama“ geht hoch! / 8 Punkte

Gesamtwertung: 6,0

 

www.liedermacherfalk.de

Ein Kommentar zu “Abgehört: Falk – MAMA

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. November 2014 von in 2014, Falk, Liedermacher, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , , .
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