Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Abgehört: ernstgemeint – Schluss mit lustich!

ernstgemeint_schlussmitlustich

 

Zehn Ohren, fünf Meinungen – in unserer Reihe “Abgehört” geben wir fünf versierten Liedermacherfreunden eine aktuelle CD zum emsigen Durchhören. Und mit der Bitte um einen Kurzkommentar sowie eine Bepunktung von 1 bis 10, aus der sich schließlich der “Endwert” berechnet.

Und damit Sie sich selbst einen Eindruck verschaffen können, hier vorab 2 Lieder:

ernstgemeint: Du

ernstgemeint: Eure Mütter

 

Simon-Dominik Otte (Redakteur): Ja, ja, das ist nett gemeint. Und auch insgesamt ganz nett. Aber einfach schon zu oft dagewesen, zu unspektakulär neu, um im Gedächtnis zu bleiben. Hinzu kommt die eher mäßige Aufnahmequalität dieses Liveauftritts, die fragen lässt, ob man dieses Album unbedingt machen musste. Allerdings schaffen ernstgemeint auch den ein oder anderen schönen Reim. Immerhin. / 5 Punkte

 

David Wonschewski (Schriftsteller): Das gibt es ab und an: Da sind Leute lustig und auch hintersinnig und auch konfrontativ – aber es kommt nicht an bei mir. Ich höre es und denke „aha“. In der Tat stört die Aufnahmequalität. Alles in allem eine Spur zu ungehobelt. /3 Punkte

 

Matthias Binner (Musiker): Welche Vorstellung von sich selbst und seinem Publikum verrät man eigentlich, wenn man eine Platte mit einem Rülpser beginnt? Auf welcher Silbe betont man „defragmentieren“? Ist George Bush wirklich noch Präsident der Vereinigten Staaten? Reimt sich „Benzin“ auf „ihm“, „Metallica“ auf „Nirvana“? Wird die Piraten-Partei nicht staatlich anerkannt? Fünf von vielen Fragen, die sich „ernstgemeint“ vor Aufnahme ihrer CD hätten stellen sollen.

Wer so was kauft, bezahlt auch Geld dafür, mit BWL-Erstsemester-Party-Heimkehrern den Interregio-Waggon zu teilen. Derlei ist auf Schützenvereinsfesten sicher besser aufgehoben als auf Tonträgern. / 1 Punkt

 

Sophie Weigand (Redakteurin): Ja, einige schöne Melodien hat das Livealbum ,Schluss mit lustich‘, eine überraschende Variation in der Instrumentierung. Aber bei Textzeilen wie „Du lässt deinen Hund koten“, „Auch zu Anke sagt er Danke“ oder „Geschlechtskrankheiten erkenn‘ ich am Geschmack“ meint man zu dem Urteil zu gelangen, dass schöne und fetzige Melodien nicht alles retten. Unterhaltsam sicher, mal für einen ausgelassenen Abend ohne tiefere Gedanken, ansonsten eher nicht. / 3 Punkte

 

Silke Aydin (Lektorin): Vor allem höre ich auf diesem Album eine große Spielfreude und Spielfähigkeit der Musiker! Die ruhigen Stücke erinnern an Simon & Jan… ähnlich die leidend melancholische Stimmfärbung. – Es ist eben ein Live-Album, wo auch schon mal der ein oder andere Zuhörer ausgelassen mitsingt… Da ein Song z.B. als „unfertiges Stück“ anmoderiert wird, das später auf dem Album als Hidden Track erscheinen soll, nun aber doch als ganz reguläres Lied in der Mitte platziert wurde, würde ich den Künstlern raten: beim nächsten mal lieber nur zehn Songs aufnehmen, dafür aber sauber produziert! / 5 Punkte

 

Gesamtwertung: 3,4 Punkte

www.ernstgemeint.com

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. November 2014 von in 2014, Plattenbesprechungen und getaggt mit , , , , , , , .
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