Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: David Huhn – Auszeit

David-Huhn-Auszeit-Cover

Die aktuellen Songs von David Huhn – und viele weitere Neuerscheinungen und Klassiker – hören Sie im Lorbeerfunk, unserem Radiosender rund um Liedermacher & Chansonniers. Zum EAL-Radio HIER entlang.

von Michael Lösch

Nicht wenige Liedermacher sind ja wahre Meister darin, die hohen Künste zum Blitzableiter ihres eigenen, tief hervorgeholten Grolls zu machen; wo der Reibungsverlust durch die Welt zu groß wird, wird eben der Sarkasmus zur Pflicht. Und doch gibt es immer wieder Sangesritter, die andere Wege gehen, die den Mut finden, die Anmut ihrer Gedanken mit der Schönheit ihrer musikalischen Untermalung in Einklang zu bringen. Mit „Auszeit“ gehört David Huhn zweifelsfrei dazu.

Beim Titelsong der CD geht es gleich los mit schön gesungenen Tipps zum Innehalten und Ausspannen, zum raus aus der Stadt und rein in die Natur. „Kaiserin der Zeit“, „Glaub dran“ und „Hoffentlich bleibst du“ sind ein kompakter Liebeslieder-Zyklus. Liebe beruhigt, Liebe entschleunigt, sie verlangsamt die Zeit und vertreibt sie zugleich, die Quadratur des Kreises also. Love changes und Abschiede machen Angst und einsam.

In „Jede Sekunde“ wird es jazzig, mit saxophonisch klingenden Gedanken über die Zeit und die Tücken ihrer Knappheit. „Die Welt ist schön, du musst nur hinsehen“, so lautet die Musiktherapie gegen Weltschmerz und depressive Verstimmungen. In der Psychotherapie nennt man das kognitive Neubestimmung. David Huhn verstärkt es noch mit Musik.

Dann geht es mit Liebeshymnen weiter. „Sprachlos“ ist die Erkenntnis, dass, wie der Titel schon sagt, wahre Liebe auch ohne viele Worte auskommen kann. „Worte zerstören, wo sie nicht hingehören“, wie Daliah Lavi schon in den frühen 70ern dieses Phänomen besungen hat. In „Nimm mich mit“ wird für die Liebe mit der Wolke die passende Metapher gefunden. Bei der lohnt es sich per Anhalter zu machen und mitgenommen zu werden, ist doch das Treiben lassen im Himmel schöner als das Ankommen in der Realität. Auf der Schlussgeraden des Repertoires wird das bisher Gehörte durch neue Gedanken und Refrains noch mal verfestigt.

Es ist solider, entwaffnend ehrlicher Ratgeber-Rock, Coaching nach Noten. Die Melodien sind überwiegend in Dur und die Arrangements leicht beschwingt gehalten. Sie sind wie ausbalancierter Kaffee, anregend und bekömmlich. Es sind Positiv-Balladen für nach vorne blickende Menschen, für die schönen und hoffnungsvollen Momente im Leben; zum sanften Wachrütteln, aber auch für den Verträumtheitsmodus bestens geeignet.

www.facebook.com/huhnmusik

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. April 2015 von in 2015, Neu & aufgefallen, Plattenbesprechungen, Uncategorized und getaggt mit , , , , , , .
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