Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Herbstgewitter spezial: Deutschlandreise, 3.Etappe – mit Holger Saarmann

Foto Deutschlandreise 3

Deutschlandreise –
3. Etappe
mit Holger Saarmann

Eine Stadt, eine Ort- oder Landschaft besingen und beim Namen nennen – macht das hierzulande jemand?

Und ob! Zwei Dutzend Städtelieder aus West- und Süddeutschland konnte der Liedermacher Holger Saarmann schon präsentieren, ohne sie selber zu schreiben: Von der lokalpatriotischen Hymne über die feingeistige Impression bis hin zur bösen Abrechnung.

Die dritte Etappe führt uns nun in den Osten:

Dabei überlässt der Reiseleiter die eigentlichen Stadtführungen klugerweise den ortskundigen Chanson-Kollegen, weiß aber über diese einiges zu berichten, was auch Menschen interessieren könnte, für die die Landkarte des ostdeutschen Chansons noch weiße Flecken aufweist.

Wenzel, Gundermann, Johanna Moll, Tommy Sands, Merle, Frank Viehweg, Danny Dziuk und Kollegen führen uns u.a. durch Brandenburg, Wittenberg, Dresden, Hoyerswerda, Leipzig, Weimar und Halberstadt. Auch Bautzen, die Kultur-Hauptstadt der Sorben, liegt auf der Reiseroute.

Der Text der sorbischen Städte-Hymne in der Sendung lautet übersetzt:

 

Mój Budyšin – Mein Bautzen

Versteckte Gassen führen durch die Stadt, bis zum Schloss.
Der Fluss plätschert, weicher Nebel erhebt sich an seinen Ufern.
Das ist, das ist, das ist mein Bautzen.
Das ist, das ist die tausendjährige Stadt.

Die Klostertüren, oben auf dem Felsen, erinnern an eine vergangene Zeit.
Jetzt schlafen die Gelehrten dort friedlich. Nikolai* winkt herüber.
Das ist, das ist, das ist mein Bautzen.
Das ist, das ist die tausendjährige Stadt.

Feiertag, Geläut ruft in die Kirche, durch die Jahrhunderte,
wieder und wieder, wieder und wieder.

Es erhebt sich jedoch ein altes Schloss über der Spree, auf den Felsen.
Von ihm kamen täglich Tod und Hunger.
Der Granitfelsen, nass von Tränen, schweigt,
und alles Unrecht ist vergessen, vergessen.

Doch das Geläut ruft weiter die Leute in die Kirche, wieder und wieder.
Voller Hoffnung klingt das Gebet, das liebe sorbische Vaterunser.
Das ist, das ist, das ist mein Bautzen.
Das ist, das ist die tausendjährige Stadt.

Voller Hoffnung höre ich das Gebet,
das liebe sorbische Vaterunser, wieder und wieder.

* Turm der evangelischen Nikolaikirche

 

Textautor: Werner Meschkank
Komposition: Martin Wetzlich
Chorsatz: Romana Görlich
Interpret: Chor (Schülergruppe Sorbisches Gymnasium Bautzen)
Aufnahme: 1997, mit freundlicher Genehmigung des RBB, Studio Bautzen
Veröffentlicht von Martin Wetzlich auf seiner CD „Won, won do města“ (2001)
www.weclich.de

Deutsche Übersetzung: Bernd Pittkunings (Dezember 2015)

 


Frühere Etappen der „Deutschlandreise“:
Etappe 1 (Ruhr, Rhein & Mosel)
Etappe 2 (Neckar, Main & Isar)


www.holger-saarmann.de

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