Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Rezension: Monsters of Liedermaching – „Für Alle“ (2017)

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Ein Gastbeitrag von Arno Wilhelm

Die Monsters of Liedermaching gehen mit ihrem dieser Tage erscheinenden
Album „Für Alle“ neue Wege. Aber keine Angst, nicht alles wird neu. Die
Besonderheit ist vor allem, dass es das erste Mal ist, dass die Monsters
eine CD im Studio aufgenommen haben und nicht bei den Konzerten
mitgeschnitten. Gleich von Beginn an fällt das für den Monsters-Sound
untypische Schlagzeug auf. Zu Beginn des Albums tritt es bei mehreren
Songs musikalisch stark in den Vordergrund und verweist die Gitarren
dabei auf die hinteren Plätze. Es verleiht manchen Songs dabei einen
anderen Klang als den gewohnten, doch es ist deutlich zu spüren, dass
nicht wahllos Drumsounds auf die Songs geworfen wurden. Die zusätzliche
Instrumentierung tut dem Soundgewand gut und wurde glücklicherweise an
den richtigen Stellen platziert. Sicher eine Umstellung für den gemeinen
Monsters-Hörer aber eine, die es wert ist. Durch die Studioaufnahmen ist
der klang insgesamt einen Tick perfektionistischer und runder. Damit
sind die Songs zweifellos besser für Monsters-Neulinge geeignet als es
die Live-Aufnahmen der letzten Alben waren. Vielleicht hört man in
Zukunft die Monsters auch ab und zu im Radio – eine begrüßenswerte
Vorstellung. Was auf der anderen Seite verloren geht sind die
großartigen Ansagen-Tracks und der Spaß der Spontanität, den man den
Monsters bei jedem Live-Auftritt anhört. Aber das lässt sich
verschmerzen. Der Kunst der schönen Melodien und Harmonien sind sie auf
„Für Alle“ schließlich genauso treu geblieben wie den mitsingtauglichen
Refrains und der textlichen Vielfalt. Durch die Studioaufnahmen treten
oft die Chöre noch weiter in den Vordergrund.
Thematisch sind Pensen, Labörnski, Rüdi, Totte, Fred und Burger dabei
wie so oft so breit aufgestellt, wie man es nur sein kann. Ob es nun
darum geht, sich als Fan über Veränderung bei der Lieblingsband zu
ärgern, die Schönheit von To-Do-Listen oder eine Hymne an die
Feuerwehrleute – die Mischung ist spannend und die Themen gehen ihnen
nicht aus. Es gibt mal wieder ein Tierlied von Burger, der geneigte
Hörer ahnt dabei schon, dass das für das betroffene Tier keine gute
Nachricht ist. In einen anderen Song stellt Totte auch noch fest, dass
Katzen mehr Punk sind als Hunde und Fred besingt ebenfalls Hunde und
stellt allerlei erstaunliche Vergleiche in Bezug auf sie an. Für
letzteres soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden. Doch es
geht nicht nur um Tiere auf der CD, auch verschiedenste Arten von
Liebesliedern sind vertreten, für Menschen und für Gegenstände und auch
ein Musikstück gegen Bürokratie. Unterhaltsam ist auch das
Photoshop-Lied von Burger. Insbesondere wenn man sich vergegenwärtigt,
dass er auch als Mode-Fotograf arbeitet (http://www.jensburger.de/).
Alle Monsters sind mit Songs auf dem Album vertreten und Themen und
Melodien sind dabei divers wie eh und je, was einen hohen
Unterhaltungswert hat.
Das Album enthält insgesamt stolze 19 Tracks, wobei der letzte Song
„Morgenstern“ einen schönen ruhigen Schlusspunkt bildet. Ob es wohl in
Zukunft mit Live-Aufnahmen, weiteren Studio-Produktionen oder mit
Orchester weitergeht wird man sehen, in jedem Fall bleibt es mit den
Monsters unterhaltsam.
Insgesamt ist „Für Alle“ ein sehr hörenswertes Album auf dem gewohnten
Monsters-Niveau, wenn auch in leicht verändertem Soundgewand. „Für Alle“
ist als CD und Mp3 Version erschienen und in einer limitierten Auflage
auch auf weißem Vinyl verfügbar.

Ein Kommentar zu “Rezension: Monsters of Liedermaching – „Für Alle“ (2017)

  1. manchmal_Lyrik Wolfgang Weiland
    11. September 2017

    kannte ich als gruppe noch nicht. ‚burger‘ war mir ein begriff.schöne sachen auf ‚tv-noir‘.
    lg wolfgang

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