Ein Achtel Lorbeerblatt

Der Lied- & Chansonblog von David Wonschewski

Europäisches Musikautoren-Stipendium der GEMA für Isabell Preuss und Jonathan Zelter / Hans-Bradtke-Förderpreis für Corinna Fuhrmann

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EMAS – Europäisches Musikautoren-Stipendium der GEMA für Isabell Preuss und Jonathan Zelter

Hans-Bradtke-Förderpreis für Corinna Fuhrmann (Lucy van Kuhl)

Bericht: Celler Schule / Fotos: Masha Potempa

Auch in diesem Jahr fördert die GEMA mit dem Europäischen Musikautoren-Stipendium wieder Nachwuchs-Urheber. Für Textdichterinnen und Textdichter besteht das Stipendium aus einem Teilnehmerplatz in der Celler Schule, der seit über 20 Jahren bestehenden Textdichter-Akademie, geleitet von Edith Jeske und Tobias Reitz. Im zweiwöchigen Seminar, das seit einigen Jahren in Springe bei Hannover stattfindet (Celle war der ursprüngliche Seminarort, daher der Name Celler Schule), vermittelten Jeske, Reitz und zahlreiche Gastdozenten (u.a. Frank Ramond, Thomas Woitkewitsch, Sera Finale, Michael Rötgens) vom 02.-16.07.2017 wieder das Handwerk und Berufsbild des Textdichters, Kreativtechniken, Blockadenprävention und eine Menge Work-in-Progress. Acht Teilnehmerplätze wurden in guter Tradition von der GEMA-Stiftung finanziert, auf deren Initiative die Celler Schule auch zurückgeht. Zwei weitere Plätze wurden 2017 wie auch in den Vorjahren vom EMAS-Programm gestiftet. Um sich für einen der beiden Plätze zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung bereits GEMA-Mitglieder sein und die zehnköpfige Jury der Celler Schule überzeugen.

Die diesjährigen Preisträger des EMAS – Europäischen Musikautoren-Stipendiums heißen Isabell Preuß und Jonathan Zelter.

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Isabell Preuß (Künstlername Isi de la Prée), geboren 1993 in Gifhorn, studierte Musikmanagement in Berlin. Dort schreibt sie deutschsprachige Songs in Zusammenarbeit mit jungen Produzenten und Sängern, u.a. Alexander Hauer. Entdeckt wurde sie u.a. von Peter Plate. „Isabells Pop-Texte haben uns durch ihre starke Emotionalität und Wärme beeindruckt“, so die Jury, „sie sind mehrheitlich zart, aber dabei unkonventionell und von erstaunlicher Tiefe.“

Jonathan Zelter, Jahrgang 1994, hat seit der Veröffentlichung seiner Single „Ein Teil von meinem Herzen“ im Frühjahr 2015 für Furore gesorgt. Er wurde Jahressieger bei NDR1 Niedersachsen und Bayern Plus, erhielt den SMAGO-Award als Entdeckung des Jahres und wurde zum Newcomer des Jahres in der ZDF-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ gewählt. Eine Solo-Tour ist in Vorbereitung. Zelter lebt in Mannheim. Die Jury: „Jonathans Musik berührt Herz und Verstand. Niemand hat es wie er in den letzten Jahren geschafft, so viel Gefühl ins (im weitesten Sinne) Schlager-Genre zu transportieren. Wir sind uns sicher: Er hat einen guten Weg vor sich!“

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr außerdem ein zusätzlicher Teilnehmerplatz in der Celler Schule gestiftet. Zu Ehren des Textdichters Hans Bradtke („Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Weiße Rosen aus Athen“, „Das bisschen Haushalt“, „Rote Lippen soll man küssen“, „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ u.a. – von Hans Bradtke stammt bekanntlich auch der Pegasus im GEMA-Logo) hat seine Tochter Barbara Berrien den Hans-Bradtke-Förderpreis ins Leben gerufen, mit dem einerseits die Erinnerung an den Namensgeber und andererseits die Celler Schule selbst gestärkt werden sollen, an der Berrien selbst 2011 teilgenommen hat. „Wenn ich an meinen Vater denke, an seine Wortspielereien, an seine Lust an der Sprache, und dann an die Celler Schule, dann denke ich: Er wäre gern dabei gewesen“, sagt Barbara Berrien.

Corinna

Der erste Hans-Bradtke-Förderpreis ging an Corinna Fuhrmann – Künstlername Lucy van Kuhl.

Nach ihrer Kindheit und dem Abitur in Köln begann Corinna Fuhrmann ein Leben in Reisefreude. In München erwarb sie ihr Magister in Literaturwissenschaft, in Linz ihr Klavierdiplom. Nach zahlreichen klassischen Konzerten und literarisch-musikalischen Programmen mit dem Comedy-Autor Tim Boltz und diversen Wiener BurgschauspielerInnen und mit dem von ihr gegründeten Chanson-Kabarett-Duo Crémant & Chardonnay steht sie nun auch als Solistin Lucy van Kuhl auf der Bühne. Corinna Fuhrmann lebt in Südfrankreich, Berlin und – wie schon gesagt – auf Reisen.

„In Corinna Fuhrmanns Bewerbung haben wir Originalität, Lust am Spielen und große Experimentierfreude entdeckt“, sagt die Jury, „ihre Texte sind virtuos. Da sich all das auch über die Arbeit von Hans Bradtke sagen lässt, empfanden wir (und die Stifterin) Corinna Fuhrmann als ideale erste Trägerin des Hans-Bradtke-Förderpreises.“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19. Oktober 2017 von in 2017, Artikel & Interviews, Uncategorized und getaggt mit , , .
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